Retroheads - Introspective

retroheads_introspective

 

Stil (Spielzeit): 70s-Prog (60 Minuten)

Label/Vertrieb (VÖ): Unicorn Digital / H'art (12.01.2007)

Bewertung: 7/10

Link: http://www.retroheads.com

Die Band RETROHEADS gründete sich 2003 in Norwegen und brachte bereits im Jahre 2004 ihr Debütalbum mit den Titel „Retrospective“ heraus, welches von der Prog-Rock-„Gemeinde“ mit guten Reviews und gutem Feedback aufgenommen wurde. Mit „Introspective“ liegt mir jetzt das Nachfolgewerk vor.

 Ehrlich gesagt lies mich der Name RETROHEADS in Verbindung mit der Genrebeschreibung 70s-Prog ein wenig zweifelnd die Augenbrauen hochziehen und befürchten, ein durchschnittliches Remake oder den missglückten Versuch einer Zeitreise von Ewig-Gestrigen zu hören zu bekommen. Zum Glück wurde ich bereits nach den ersten paar Minuten eines Besseren belehrt. Der bunte Haufen aus sieben Musikern mit unterschiedlichsten musikalischen Backgrounds (Jazz, Pop, Rock und World-Music) bedient sich zwar sehr gerne der Instrumente (z. B. der Hammond-Orgel) aus den 70ern, und ein Song wie „One World“ wäre, vom Sound her, im Soundtrack von „Hair“ nicht Fehl am Platze gewesen, aber dennoch schafft es die Band, den Kompositionen, beispielsweise durch das Einbinden zahlreicher Samples, ein zeitgenössisches Antlitz zu verpassen und nicht im Mindesten verstaubt zu klingen. Und auch wenn die Musik der Norweger in manchen Teilen stark von DREAM THEATER beeinflusst zu sein scheint (im Genre Prog scheint es sehr schwer zu sein, nicht so zu klingen), hält sich der „Solo-Fetischismus“ bei den RETROHEADS doch sehr stark in Grenzen. Wenn bei dieser CD ein Song mal sieben oder gar neun Minuten dauert, dann steht dem auch eine entsprechende Menge an Text gegenüber und man beschränkt sich nicht nur auf zwei Minuten Gesang.

Die neun Songs auf „Introspective“ bringen es im Gesamten auf eine Spielzeit von circa einer Stunde und bieten dem geneigten Hörer abwechslungsreiche, vielschichtige und interessante Kompositionen. Elemente aus 70s-Prog und Jazz werden mit zarten Flötenklängen und Elemente aus zeitgenössischem Pop und Rock und einigen Samples kombiniert, und Sänger Mike Mann wird intensiv und druckvoll durch seine Backgroundsängerinnen Ann-Kristin Bendixen und Deborah Girnius unterstützt. Von den Arrangements her gestaltet sich „Introspective“ doch recht eingängig. Man benötigt als Hörer zwar den einen oder anderen Durchlauf um mit dieser CD „warm“ zu werden, aber dann besitzen die Songs auch durchaus Ohrwurmcharakter, wie ich bei „The Tidal Wave“ am eigenen Leib zu spüren bekomme. Vom textlichen Standpunkt her scheuen sich die Musiker übrigens nicht, bei Songs wie „One World“ oder „Slaves Of Gold“ politisch oder gesellschaftskritisch Stellung zu beziehen.

Zum Abschluss: Die RETROHEADS werden sich im Laufe dieses Jahres in diversen Clubs und Festivals in Europa, den USA und CANADA tummeln. Zum Beispiel werden sie auf dem „Rites Of Spring“ Festival in den Staaten nach SPOCK’S BEARD die Bühne betreten. Anspieltips: „One World“, „Slaves Of Gold“ „The Tidal Wave“

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