Thought Chamber - Angular Perceptions



 

 

 



Stil (Spielzeit): Prog-Metal (55:00 Minuten)

Label/Vertrieb (VÖ): InsideOut Music/SPV (30.03.2007)

Bewertung: Furioses Debüt (9-9,5/10)

Link: http://www.michaelharrisguitar.com

 
Im Jahre 2001 brachte Gitarrist, Keyboarder und Sänger Micheal Harris ein Album mit dem Titel “Sketches From The Thought Chamber” heraus und nahm später per Internet Kontakt mit ENCHANT-Frontmann Ted Leonard auf. Zusammen mit Schlagzeuger Rob Stankiewicz, Bassist Derek Blakley und Keyboarder Bobby Williamson formierte sich das Quintett THOUGHT CHAMBER, welches die Prog-Metal-Szene um einen weiteren Act bereichert und jetzt mit „Angular Perceptions“ ihr Debüt vorlegt. 

Aber kommen wir zum Wichtigen, der Musik auf „Angular Perceptions“. Laut Bandleader Michael Harris spielen THOUGHT CHAMBER reinen Prog-Metal. Allerdings empfinde ich es, als wenn „Angular Perceptions“ auch mit einem ordentlichen Rock-Anteil versehen ist, der der Platte wirklich gut tut.
Geboten werden dem geneigten Hörer zehn Stücke mit einer Gesamtspielzeit von 56 Minuten. Unter diesen zehn Stücken befinden sich drei, rein instrumental gehaltene Songs, die von Harris zusammen mit seinem Schlagzeuger Rob Stankiewicz komponiert wurden. Instrumental geht „Angular Perceptions“ auch gleich mit dem Opener „ Premonition“ melodisch, dynamisch und interessant in die Vollen, lässt einen aber doch ein wenig im Dunklen, wenn man sich fragt, was einen während der verbleibenden 53 Minuten erwarten wird. Aufgeklärt wird dieses Rätsel dann mit folgendem Stück „Sacred Treasure“. Heavy geht es los, dann wird hier und da ein bisschen mit elektronischer und klassischer Gitarre gefrickelt und vom Keyboard ein Klangteppich ausgebreitet und Ted Leonards weicher, guter und einprägsamer Gesang komplettiert das Ganze zu einem wirklich guten, abwechslungsreichen und für Prog-Verhälnisse recht eingängigem Stück. Und was danach kommt, ist keinesfalls nur Zugabe. Die folgenden Songs stehen „Sacred Treasure“ in nichts nach. Schöne, gefühlvolle Melodien, die teilweise an 80er-Rock erinnern, dynamische Riffs und gelungene Bridges. Als roten Faden im kompositorischen Konzept dieses Albums lässt sich das, von Michael Harris als Ensemble Licks betitelte, Mittel ausmachen. Die Soloteile, die manchmal recht ausgiebig sind, werden unter der Instrumentalfraktion aufgeteilt. Das so entstehende Frage-Antwort-Frage-Gefühl verleiht dem Sound von THOUGHT CHAMBER einen eigenständigen Touch und lässt die Soli alles andere als langweilig erscheinen. 
Alles in Allem liefert die versierte Crew um Michael Harris wirklich solides Handwerkszeug ab und auch vom produktionstechnischen Standpunkt gibt es für mich rein gar nichts zu meckern. Ein wirklich bemerkenswertes Debüt.
THOUGHT CHAMBER legen mit „Angular Perceptions“ die Messlatte für ihre folgenden Werke sehr hoch. Ich hoffe, sie werden dieses hohe Nivea auch in Zukunft halten können.
Fazit: Pflichtkauf für Fans des Prog-Metal, alle anderen aufgeschlossenen sollten unbeding ein Ohr riskieren.
Anspieltips: „Sacred Treasure“, „A Legend’s Avalon“, „Balance Of One“, “God Of Oblique”