Built 4 Speed - Minor Parts 2




Stil (Spielzeit): Rockabilly mit leichtem Surfeinschlag (53:41)
Label/Vertrieb (VÖ): Endless Soul / Cargo (28.09.07)
Bewertung: 4 / 10 lahm!
Link: http://www.built4speed.de/
http://www.myspace.com/built4speed1
Wie kommen die denn auf den Namen? Ihre eigene Geschwindigkeit werden sie wohl kaum gemeint haben. Vielleicht sollte man vor Genuss der Platte Speed nehmen, anders kann ich mir den Namen echt nicht erklären.
Denn nach dem ersten Stück wird das Album echt ziemlich langsam. Und irgendwie hat man ständig das Gefühl, die Reifen müssten quitschen, da die Handbremse ziemlich fest angezogen ist. Ich sollte vielleicht als erstes voraus schicken, dass ich alles, aber bestimmt kein Experte für Rockabilly bin. Aber falls das Genre wirklich so abgeflacht ist, dass es diese Band aus Bad Oeynhausen braucht, um es zu entstauben (wie es das Infoschreiben behauptet) – na dann prost Mahlzeit!
Aber ich gehe einfach mal davon aus, dass Rockabilly an und für sich spannenderes zu bieten hat als dieses Quartet. Zwar sind die Songs nicht so auf die drei Bluesakkorde ausgerichtet – und dafür bin ich schon mal dankbar – aber trotzdem werde ich immer schläfriger, je länger ich dem Album lausche. Geschwindigkeit? Nur zu Beginn von „Minor Parts 2“ (also bereits die  zweite CD der Band), danach wird es kontinuierlich weniger. Druck? Fehlanzeige! Ich frage mich auch die ganze Zeit, wofür die Band eigentlich 2 Gitarristen braucht. Das meiste davon könnte auch einer alleine machen – so viel ist es ja oft nicht. Aber mit am schlimmsten ist das schlechte Schulenglisch und die Texte des Sängers. Da möchte man wirklich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Eine einzige Aneinanderreihung von Phrasen, die mehr oder weniger grammatikalisch hilflos irgendwelche Rock N Roll-Plattitüden wiedergeben. Bei so einigen Reimen hätte ich beinahe in das Lenkrad meines Autos gebissen („People tell you are so great but in the end they only hate. People want to make money but not with you my honey“ aus “Play or Pay”)
Der ein oder andere nette Songs ist zwar zu finden und die Coverversion von DEPECHE MODEs „Personal Jesus“ ist wirklich ganz gut, aber ansonsten fehlt mir hier dieses Hände-In-Die-Luft-Und-Feiern-Gefühl, was ich mir eigentlich von einer Rockabilly-Platte versprochen hatte. Ja ja schon gut, ich weiß auch dass die Platte „komplett in Moll komponiert“ ist, aber das macht es auch nicht besser. Positiv zu bemerken ist noch, dass wenn man sein Großhirn abschaltet, die Platte so ein bisschen Tarantino-Coolness ausstrahlt. So ein wenig Rock N Roll meats Surf. Wer sich also von den Texten und dem englisch nicht abschrecken lässt und wem diese Geschwindigkeit ausreicht, sollte die CD im Auto (möglichst Cabrio) hören und unbedingt eine Sonnenbrille tragen. Das lässt einen zwar noch nicht aussehen wie John Travolta, aber zumindest wird es dem Album etwas gerechter. Ich persönlich nehme da aber lieber die KINGS OF NUTTHIN oder Konsorten – das hier geht mir zu oft in Richtung eingeschlafene Füße.
Kai