Geschrieben von Samstag, 21 März 2026 20:25

The Cover Story, Part 1: NONPOINT mit "In The Air Tonight"

In einer neuen Blogreihe knöpfe ich mir Songs vor, die eigentlich jeder kennt – und die in einem Gewand daherkommen, das alles andere als Standard ist. Als Hommage ganz nah am Original, säuberlich seziert und neu zusammengesetzt oder einfach ganz anders. Und natürlich völlig subjektiv.

Heute im Fokus: Ein Track, der im Radio seit Jahrzehnten in Dauerschleife läuft und den meisten deshalb vermutlich aus den Ohren herauskommt – wie so viele Singles im Laufe der Zeit ... Auf ihrem 2004 erschienenen Album "Recoil" haben NONPOINT "In The Air Tonight" so richtig durch den Wolf gedreht.

Warum gerade diese Version eines totgespielten Tracks so verdammt geil klingt? Weil NONPOINT das Kunststück schaffen, die meisterhafte Melodie des Originals zu bewahren, sich aber klanglich meilenweit von der düster-poppigen Ausrichtung zu entfernen.

Schon in den Strophen packt dich die Nummer mit treibenden, an die Tribal-Drums von TOOL erinnernden Percussions, während ein hypnotisch-knarziger Basslauf und akzentuierte Gitarren eine düstere, fast schon bedrohliche Spannung aufbauen. Man wartet förmlich darauf, dass die Bombe platzt.

Und wenn dann der Refrain einsetzt, fliegen dir die massiven Gitarrenwände nur so um die Ohren, dass es knallt. Das fühlt sich an wie eine perfekte Symbiose aus der progressiven Atmosphäre von TOOL und der ungestümen Nu-Metal-Energie der frühen ILL NINO. Sehr eindringlich, absolut eigenständig und mit einer Intensität, die Phil Collins die Drumsticks aus der Hand drischt.

Hier ist das gute Stück:

Behind The Scenes

  • 1981 als Debütsingle von Drummer und Sänger Phil Collins (nach seinem GENESIS-Break) veröffentlicht
  • Das legendäre Drum-Fill ist vermutlich einer der am häufigsten kopierten Momente der Musikgeschichte
  • Der Song entstand während Collins' schmerzhafter Scheidung – daher die düsteren Wurzeln

Wer hat's noch versucht?

IN THIS MOMENT

Maria Brink und ihre Jungs setzen mit ihrer schleppend-reduzierten, fast schon Industrial-lastigen und erotisierten Version voll auf Kopfkino. Definitiv die "Dark Room"-Variante des Songs.

MARILYN MANSON

Marilyn Manson macht das, was er am besten kann: Er macht den Song kaputt – im positiven Sinne. Seine Version klingt verzweifelt und hasserfüllt. Die eindringliche musikalische Untermalung unterstreicht den Text über Verrat noch einmal deutlicher.

STATE OF MINE

Sehr nah am Original, nur eben deutlich rockiger und knackiger. Und ein Stück weit unaufgeregter als NONPOINT.

Chrischi

Musik ist immer da. Sie ist ein Geschenk und wird nie vergehen. Sie ist Seelentröster, Stimmungsmacher, Runterbringer, Frustbewältigung, Freiheit und Gefühl. Und weil sie oft genug so unfassbar geil ist, sollten wir drüber reden. 

Stile: Metal und (Hard) Rock in allen möglichen Facetten – von knüppelhart über symphonisch bis vertrackt und balladesk.

Bands: Metallica, Iron Maiden, Bruce Dickinson, Blind Guardian, Avantasia, Helloween, Nightwish, Ayreon, Dream Theater, Lorna Shore, Wintersun, Opeth, Foo Fighters, Pearl Jam, Linkin Park, Motörhead, AC/DC, Rammstein, Armored Saint, Night Demon, Hans Zimmer und so verflucht viele mehr ...

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