Geschrieben von Freitag, 14 Mai 2010 00:09

Tesla - Interview mit Sänger Jeff Keith zum Album "Live Over Europe"

tesla_interview

TESLA sind eigentlich seit Jahren eine feste und nicht mehr wegzudenkende Größe in der Hard Rock Szene. Neben den eigenen Studioalben, die immer von gehobener Klasse waren, sind sich die Amis auch nicht zu schade, nebenbei mal eine Doppel-CD mit Cover-Versionen ihrer Lieblingssongs auf den Markt zu bringen. Aktuell haben sie mit „Live Over Europe" ihr erstes in Europa aufgenommes Livealbum am Start. Sänger Jeff Keith (2. von rechts) nahm sich die Zeit, meine Fragen zwar nur kurz und knapp, aber dafür auf den Punkt zu beantworten.


Hallo Jeff. Wie läuft es denn gerade so?

Hi Dirk, es könnte zurzeit nicht besser laufen.

Ihr habt gerade euer Live Album „Live Over Europe" veröffentlicht. Warum mussten wir so lange auf ein weiteres „Plugged"-Live Album warten?

Naja, es ist eigentlich unser erstes Live-Album, das wir in Europa aufgenommen haben. Aber trotzdem entschuldige ich mich für die lange Wartezeit.

Ihr habt für die Scheibe Aufnahmen von verschiedenen Konzerten verwendet. Warum habt ihr nicht ein komplettes Konzert aufgezeichnet?

Wir haben uns dazu entschieden, weil wir die beste Performance für das Live Album nutzen wollten. So konnten wir die Highlights von jedem Gig raussuchen und für „Live Over Europe" verwenden.

Wer war für die Songauswahl verantwortlich? Sicher gibt es jetzt wieder viele Fans, denen ein paar Songs fehlen werden.

Man kann es bei einem Live-Album oder der Songauswahl für ein Live Konzert nie allen Recht machen. Es tut uns natürlich Leid, nicht alle Songs, die erwartet werden, herauszupicken - aber das ist nun mal so, wenn man als Band einen reichhaltigen Backkatalog hat, und das wird sich auch leider nicht ändern.

Eure Live-DVD „Comin' Atcha Live" aus dem Jahr 2008 habt ihr in den USA aufgenommen. War es eine Art „Dankeschön" an die europäischen Fans, dass ihr jetzt Aufnahmen aus Europa verwendet habt?

Ja, absolut richtig, genau das war der Grund.

Eigentlich hättet es ihr euch auch leicht machen und die Aufnahmen von „Comin' Atcha Live" für die CD verwenden können.

Nein, wir wollten dieses mal etwas Spezielles für die europäischen Fans machen, daher war das absolut keine Option für uns.

Ich habe euch im Rahmen der "Forever More – Tour" mehrfach live gesehen, und ich hatte den Eindruck, dass eure Gitarristen Dave Rude und Frank Hannon immer besser aufeinander eingespielt sind. Inwieweit war Dave, der ja noch nicht so lange bei TESLA spielt, in das Songwriting für „Forever More" (sein erstes TESLA-Album mit TESLA-eigenen Songs), involviert?

Dave hat sehr viel zum Songwriting beigetragen. Und das war ja genau das, was wir von ihm auch erwartet haben. Bei der Suche nach einem neuen Gitarristen war das ein sehr wichtiger Punkt für uns. Daher passt Dave perfekt zu TESLA.

Habt ihr eigentlich im Bezug auf die Stimmung Unterschiede zwischen den Gigs in Europa und in eurer Heimat USA festgestellt?

TESLA ist eine sehr live-orientierte Band, und auf der Bühne zu stehen ist unsere absolute Stärke. Daher macht es eigentlich kaum einen Unterschied, wo wir spielen, die Stimmung ist bei unseren Gigs immer gut. Für eine Live Aufnahme zum Beispiel würde es qualitativ keinen Unterschied machen.

Der Sound von "Live Over Europe" ist sehr authentisch und roh. Habt ihr die Aufnahmen im Nachhinein noch verändert?

Nein, was ihr da hört, ist der Originalsound. Wir haben nichts verändert, da wir uns auf die Fahne geschrieben haben, unseren Sound nicht künstlich und nachträglich durch Maschinen zu verändern.

Können wir nach den ersten beiden „Real To Reel" Alben, auf denen ihr eure Lieblingssongs von anderen Bands gecovert habt, irgendwann noch mit einem dritten Teil rechnen? Schließlich gibt es noch so viele geile Songs, die zu eurem Sound passen würden und die man noch covern könnte?

Nein, ich denke das war mit „Real To Reel" eine einmalige Angelegenheit und wir sollten es dabei belassen. Es war neben den Songs, die wir gecovert haben, auch ein tolle Sache, mal wieder analog aufzunehmen. Es geht nichts über den Sound von analogen Aufnahmen.

Gibt es Songs auf den beiden "Real To Reel" Scheiben, die du besonders gerne gecovert hast?

Nein, eigentlich sind sie alle meine Favorites, und ich könnte keinen hervorheben. Vielleicht wären es „Space Truckin'" und „Thank You", aber irgendwie würde ich die anderen Songs damit abwerten, und das würde ihnen nicht gerecht werden ...

Werdet ihr dieses Jahr wieder auf deutschen Sommerfestivals dabei sein?

Wenn wir eingeladen werden, sind wir auch hundertprozentig dabei. Diese Parties würden wir uns nicht entgehen lassen.

Jeff, mal zu dir persönlich: Wann hast du mit dem Singen angefangen, und wann war für dich klar, dass du professioneller Musiker werden möchtest?

Ich war ein absoluter Spätstarter, als ich mit 24 Jahren angefangen habe, in einer Band zu singen. Die Band hieß CITY KIDD, aus denen sich dann später TESLA entwickelten.

Damit war CITY KIDD bzw. TESLA deine erste Band?

In dem Sinne schon. Ich habe vorher nur mal mit meinem Bruder zusammen in Georgetown, wo wir aufgewachsen sind, Musik gemacht. Aber das war weder professionell, noch konnte man das eine Band nennen.

Welches sind deine "All Time" Lieblingsalben?

Oh man, viel zu viele, um sie jetzt alle aufzuzählen. Aber bei der Frage sind mir jetzt zuerst zwei Alben von AEROSMITH in den Sinn gekommen, nämlich „Rocks" und „Bootleg".

Ich habe gelesen, dass du ein großer Tierfan bist und auch ab und zu herrenlose Tiere aufsammelst und mit nach Hause nimmst, dafür sogar Footballspiele sausen lässt. Stimmt das?

Ja das stimmt, ich habe unendlich viele Tiere zu Hause. Ich liebe Tiere über alles. Und ganz nebenbei inspirieren sich mich auch bei meinen Lyrics. „What You Give" und „Only You" hätten wahrscheinlich ganz andereTexte bekommen, wenn ich die Tiere nicht gehabt hätte. Das sind aber nur zwei Beispiele von vielen.

Jeff, hast du noch ein paar letzte Worte für die Leser vom BurnYourEars Webzine?

Vielen, vielen Dank, dass ihr uns immer in all den Jahren unterstützt habt. Wir sind sehr dankbar für eure Treue, und dass ihr unsere Musik offensichtlich immer so hoch zu schätzen wusstet.

Vielen Dank Jeff, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten. Ich hoffe, wir sehen euch sehr bald wieder auf deutschen Bühnen.

Ich danke dir für die Zeit, die du dir genommen hast, Dirk. Und wir hoffen auch, euch bald alle wiedersehen zu können.

http://www.teslatheband.com