Geschrieben von Donnerstag, 28 August 2008 13:50

Pro-Pain - Interview mit Sänger und Bassist Gary Meskil zum Album 'No End In Sight'

"No End In Sight" ist die elfte Scheibe aus dem Hause PRO-PAIN. Die New Yorker Metal/Hardcore-Band geht darauf experimentierfreudiger zu Werke denn je - und freut sich selbst über ein "einzigartiges Album, das aus dem Back-Katalog hervorsticht". Auf die Fragen zu dem Warum und Wie gab uns Sänger und Bassist Gary Meskil freundlich Auskunft.

Gary, wie seht Ihr das neue Album, worin liegen die Hauptunterschiede zum Vorgänger?

"No End In Sight" ist ein vergleichsweise einzigartiges PRO-PAIN-Album. Meiner Meinung nach gibt es einen vormals nicht gekannten Reichtum an Abwechslung. Wir wollten kein neues "Age Of Tyranny" machen, musikalisch wie textlich. Also haben wir unser Songwriting ein wenig verändert. Tom Klimchuck (Gitarrist) hat die meisten Songs auf "No End In Sight" geschrieben, auf den 10 Vorgängern war meistens ich das. Das Ergebnis ist ein Album, das für sich allein steht und aus unserem umfangreichen Veröffentlichungskatalog heraussticht.

Das sehe ich genau so. Es gibt ungewohnt viele Zwischentöne, erstaunlich melodische Parts und Refrains, in denen Du mehr singst als jemals zuvor. Dazu kommen einige völlig überraschende und wahrlich gelungene Sing-Along-Parts wie bei "Go It Alone".

Yeah, da gibt's eine Menge interessanter und neuer Einflüsse, die wir bei "No End In Sight" eingearbeitet haben. Am Ende steht unser ganz eigener Sound. Nicht viele Bands können das für sich in Anspruch nehmen, und ich denke, wir haben genau das letztlich mit dieser Platte erreicht. Hoffentlich gefällt sie unseren Fans genau so gut wie uns.

Ihr spielt mit der Spannung zwischen Dur- und Moll-Akkorden, benutzt Blechbläser und klingt heute dennoch unverkennbar nach PRO-PAIN. Wenn man so will, habt Ihr zu einem Teil die letzten drei Alben zusammengeschmissen und als Ergänzung komplett Neues hinzugefügt, beispielsweise Gitarren-Effekte oder Mehrstimmigkeit.

Die vier PRO-PAIN-Mitglieder haben unterschiedliche Musikgeschmäcker, jeder einzelne unterscheidet sich von den anderen. Ich denke, wenn man neue Musik schreibt, bedient man sich seiner Einflüsse und kreiert daraus eventuell etwas Neues. Wir haben keine Bedenken, wenn wir neue Instrumente benutzen oder mit verschiedenen Gesangstilen experimentieren, so lange der Song "danach schreit". Es macht sogar richtig Spaß, verschiedene Gesangsharmonien in den Kontext unserer Musik zu setzen.

Wird dieser Wandel in der Musik von PRO-PAIN fortdauern?

Wir haben bewusst daran gearbeitet, ein paar Dinge ein wenig zu verändern. "No End In Sight" ist ein sehr ehrliches Album, das wir in erster Linie für uns selber geschrieben haben. Ich glaube, dass echte Künstler für sich selber Dinge schaffen, und in dieser Hinsicht sehen wir uns als echte Künstler. Ich hoffe, "No End In Sight" ist eine Brücke für weitere Kreativität.

Ihr habt nach wie vor "a lot of hate to give", wie Du singst. Nach all den Jahren steckt Dir offensichtlich immer noch jede Menge Wut im Bauch.

"Age Of Tyranny" war sehr nah am Zeitgeschehen, politisch aktuell, insofern gab es eine Menge starker Themen, die angesprochen worden sind. "No End In Sight" stellt die Frage: Jetzt, wo wir all diese Dinge wissen, was machen wir damit? Es ist gut, über diese Dinge zu sprechen und die Wahrheit herauszufinden, aber bislang ist es uns nicht gelungen, die verdammte Sache zu verändern. Daher heißt die Scheibe "No End In Sight / End In Sight". Sind wir als Volk dazu in der Lage, die Dinge zum Besseren zu verändern, oder werden weiterhin die Politiker unser Schicksal besiegeln? Echte Veränderungen müssen vom Volk kommen, nicht von der Regierung.

Warum habt Ihr Rob Barrett (CANNIBAL CORPSE-Gitarrist) und wiederholt Stephan Weider (Ex-BÖHSE ONKELZ) für Gast-Parts mit ins Boot geholt?

Rob Barrett ist ein Freund der Band und ein sehr alter Freund unseres Schlagzeugers JC. Er lebt in Tampa Florida, nicht weit entfernt von unserem Studio. Also haben wir uns eines Tages zusammengesetzt und über eine Zusammenarbeit gesprochen. Ich denke, "Phoenix Rising" war eine Gute Wahl für seine Mitarbeit, er hat einen super Job mit seinen Soli gemacht.

Was Stephan Weidner angeht, wir sind mit ihm seit über 10 Jahren eng befreundet, er ist ein super Typ und ein sehr talentierter Musiker und Songwriter… insofern freuen wir uns immer, wenn wir gelegentlich zusammen arbeiten können. Stephan hat einige Gesang-Parts bei dem Song "Hour Of The Time" beigesteuert. Er hat ebenfalls einen prima Job gemacht.

Was denkt Ihr über seine Ex-Band und deren frühe Geschichte?

Ich weiß ein wenig darüber, aber es gibt dazu sehr viele Meinungen und Sichtweisen. Ich kann dazu nur sagen: Jeder im Onkelz-Lager war immer sehr nett und freundlich zu uns, und ich betrachte Stephan & Co. als freundliche und anteilnehmende Leute… und wir umgeben uns gerne mit solchen Menschen.

Es gibt einen versteckten Song auf der Scheibe, eine leicht abgewandelte Version von "Where We Stand". Warum gerade dieser?

Wir waren unentschieden, welche Version wir bevorzugen, und somit haben wir beide auf die CD gepackt. Bei der Bonus-Version singt mein Neffe Corey Meskil im Chor-Hintergrund.

Habt Ihr die neuen Songs bereits live getestet?

Ja, wir haben bisher schon "Halo", "Let The Blood Run Through The Streets" und "Hour Of The Time" live gespielt. Die Reaktionen waren überwältigend positiv, und die Songs erweitern unser Live-Set prima um mehr Vielfalt.

Ihr spielt diesen Sommer eine große Tour, auch in Deutschland. Was dürfen wir erwarten?

Die Fans dürfen einige ältere Songs erwarten, die wir lange Zeit nicht live gespielt haben. Dazu gibt's natürlich ein paar neue Titel und ein paar Standards.

Danke für das Interview!

Danke für all Eure Unterstützung, hoffentlich checkt Ihr unser neues Album. Cheers!