Geschrieben von Freitag, 20 Oktober 2017 11:08

Metalite im Interview - "Der Metalszene zeigen, dass sie nicht hart und aggressiv sein muss"

Die schwedische Band METALITE schickt sich an, mit ihrem Debütalbum „Heroes In Time“ die Welt des melodischen Metals im Sturm zu erobern. Wir haben uns noch vor Album-Release mit Gitarrist Edwin Premberg zusammen gesetzt und über METALITE, „Heroes In Time“ und Kritik am Power Metal gequatscht.

Hi Edwin. Toll, dass du Zeit gefunden hast, mit uns über euer erstes Album "Heroes In Time“ zu sprechen. Doch bevor wir anfangen, wollte ich dich noch zur Veröffentlichung eures Debütwerks beglückwünschen. Bist du stolz drauf?

Hi! Na klar. Selbstverständlich bin ich stolz drauf! Es ist ein großer Schritt für uns, um endlich rauszukommen und unsere Musik live zu spielen. Und wir sind natürlich sehr gespannt auf die Veröffentlichung selbst – und wie gut dieser Metalstil bei den Leuten wirklich ankommt!

Kannst du kurz ein bisschen was über deine Band METALITE und zum Konzept eurer Musik erzählen? Was bedeutet eigentlich euer Bandname?

METALITE war ursprünglich das Projekt von Emma und mir. Ich wollte erinnerungswürdige Songs schreiben und all die verschiedene Stile, die mich über die Jahre beeinflusst haben, kombinieren. Schließlich habe ich das alles mit einem Modern-Metal-Sound zusammengemischt.

Und zum Namen … Der kam mir einfach in den Sinn, als ich den ersten Song produziert habe. Ich brauchte einen modernen Namen und "METALITE“ fühlte sich einfach passend an für diese Band, welche zu Beginn nichts anderes als ein "Projekt“ war. Na ja, es ist halt "Metal“ und ich wollte, dass der Klang irgendwie in Richtung "133t“ oder "1337“ geht (was in der Internetsprache Leek "Elite“ bedeutet und in BBS und aktuellen Onlinegames genutzt wird). Zusammengesetzt wurde daraus "METALITE“.

Du hast METALITE zusammen mit eurer Sängerin Emma Bensing gegründet. Kanntet ihr euch schon vorher oder wie kam es zur Zusammenarbeit?

Tatsächlich hatte ich schon Pläne für das Projekt, bevor ich Emma getroffen habe. Ich brauchte eine relativ "poppige“ Stimme mit viel Energie, um dem Metalsound der Songs ebenbürtig zu sein. Emma ist eine total talentierte Künstlerin und sie hat genau das erbracht, was es brauchte, um das Album episch werden zu lassen. Ich bin sehr stolz darauf, was wir zusammen geschaffen haben.

Der Rest der Band kam erst 2016 dazu. Waren die anderen überhaupt am Songwriting-Prozess beteiligt oder waren die Songs bereits fertig, als sie dazugestoßen sind?

Wie schon gesagt, METALITE startete als eine Art Projekt. Emma und ich hatten also schon alle Songs für "Heroes In Time“ aufgenommen. Ich wollte allerdings eine vollständige Band auf die Beine stellen und so traten Robert (Örnesved, Gitarre), Robert (Majd, Bass) und Lea (Larsson, Schlagzeug) bei, als schon alle Songs geschrieben und aufgenommen waren.

Für dich wie für Emma war es ja das erste Mal, dass ihr eine CD als METALITE aufgenommen habt. Wie gestaltete sich die Studioarbeit und warum habt ihr Fraser Edwards und Jacob Svensson für die Gitarrensoli-Aufnahmen gewählt?

Das Songwriting und die Aufnahmen haben ungefähr sechs Monate in Anspruch genommen. Es war also alles andere als stressig. Mir hat diese Art und Weise des Recordings echt gut gefallen. Während der Aufnahmen brauchten wir dann ein paar Shredding-Soli und Emma kannte zufällig Jakob Svensson, welcher uns auch gleich bei ein paar Songs aushelfen wollte.

Fraser habe ich dann online getroffen. Er ist einer unserer ersten Fans gewesen und Gitarrist bei der schottischen Power Metal Band ASCENSION. Wir haben viel über diesen Musikstil geredet und schließlich habe ich ihn gefragt, ob er Lust hätte, ein paar Soli für "Heroes In Time“ zu schreiben.

Ihr habt einen Vertrag mit dem schwedischen Label Inner Wound Recordings unterschrieben, welches sich in den letzten Jahren einen guten Ruf für das Veröffentlichen von Melodic-Metal-Alben erarbeitet hat. Wie wichtig war es für euch, bei eurem Debütalbum von einem Label unterstützt zu werden?

Für mich war das tatsächlich eine ziemlich große Sache, weil du viel Geld und Kontakte brauchst, um aus dem Rest der Metalbands herauszustechen. Inner Wound hat uns dabei geholfen und ich bin wirklich sehr glücklich darüber, dass sie uns unter ihre Fittiche genommen haben.

Mit Jacob Hansen habt ihr es geschafft, einen der bekanntesten Mixing und Mastering-Ingenieure der Szene für euer Album zu gewinnen. Ganz ehrlich: Wie habt ihr das hinbekommen?

Als Emma und ich "Afterlife“ aufgenommen hatten, wusste ich genau, welchen Sound der Song verpasst bekommen sollte. Ich wollte einfach diesen Jacob-Hansen-Sound! Ich habe ihm also "Afterlife“ geschickt und gefragt, ob er den Song mastern könnte. Er hat mir dann auch recht schnell geantwortet und gesagt, dass er den Song zwar mastern könnte, ihn aber zuvor lieber nochmal auf seine Art und Weise mixen wollen würde. Das hat er dann auch gemacht und "Afterlife“ wurde schließlich zu dem Song, den ich genutzt habe, um METALITE bei verschiedenen Labels zu promoten.

Die eingängigen Refrains sind häufig ein Kernelement eurer Songs, was man gut bei den beiden Singles "Afterlife“ und "Nightmare“ hören kann. War es schwer für dich, diese Melodien zu schreiben?

Ich bin eigentlich ziemlich gut darin, Melodien dieser Art zu schreiben. Von daher war es nicht sonderlich schwer für mich. Wenn du diese Art von Musik schreibst, brauchst du eine bestimmte Akkord-Abfolge zusammen mit einer wirklich eingängigen Lead, in diesem Fall ein Keyboard oder eine Lead-Gitarre. Das war beim Schreiben der spaßigste Teil! Wenn du diesen Stil von New Metal schreibst, kannst du grundsätzlich tun, was immer du willst, solange du im Kopf bereits weißt, wie die Musik am Ende im Großen und Ganzen klingen soll.

Ihr gehört zu einer Generation von Power Metal Bands, welche ihre Lyrics nicht mehr über Drachen, Einhörner und Helden in glänzenden Rüstungen schreibt. Stattdessen erzählt ihr Geschichten über deutlich "reifere“ Themen. Was willst du mit deinen Lyrics ausdrücken?

Die Lyrics der Songs auf "Heroes In Time“ handeln von modernen Themen, die den Menschen von heute betreffen. Natürlich haben wir auch einige klassische Power Metal Lyrics auf der Platte, aber mein Hauptziel war es, moderne Lyrics zu schreiben, zu welchen andere eine Beziehung aufbauen können. Der Song "Purpose Of Life“ dreht sich zum Beispiel um Ambitionen und wie Menschen sich selbst die Chance ruinieren, ihre Träume auszuleben.

Viele Kritiker vergleichen eure Musik mit Bands wie AMARANTHE oder BEYOND THE BLACK. Bist du tatsächlich von Genannten beeinflusst?

Als ich die Songs für "Heroes In Time“ geschrieben habe, habe ich vor allem Musik von AMARANTHE, BATTLE BEAST und SABATON gehört. Das sind die Bands, die zusammen mit SONATA ARCTICA, STRATOVARIUS, NIGHTWISH und der restlichen finnischen Metalszene zu meinen Haupteinflüssen im Metalbereich zählen. Von daher ist es nicht sonderlich komisch, dass Kritiker METALITE mit besagten Bands vergleichen. Ich mag diese Art von Musik und wollte unseren Sound in der Nähe dieser Bands ansiedeln, aber ohne auf unsere eigene Originalität und Grundsätze verzichten zu müssen.

Da draußen gibt es viele Fans, welche scheinbar ein Problem mit den weicheren Metalspielarten wie dem Power Metal haben. Ihr spielt ja auch einen Stil, welcher quasi prädestiniert dafür ist, für seinen Kitsch und seine Eingängigkeit kritisiert zu werden. Wie würdest du Leuten antworten, die METALITE beschuldigen, zu radiofreundlich und mainstream-nah für eine Metalband zu sein?

Der Zweck von METALITE ist es, den Horizont der Metalmusik zu erweitern und der Metalszene zu zeigen, dass sie nicht hart, böse und aggressiv sein muss. Wenn du unsere Musik hörst, soll sie vor allem fröhliche und positive Gefühle wecken. Das ist unser Ziel. Es gibt im Metal so viele verschieden Subgenres, und wenn du harte und aggressive Musik hören willst, ist dieses sicher nicht das richtige Genre für dich. (lacht)

Gibt es eine Chance, euch nächstes Jahr auf Promotion-Tour für euer erstes Album zu erwischen? Habt ihr bis jetzt schon irgendwelche Shows geplant?

Hoffentlich sehen wir uns auf den europäischen Festivals nächstes Jahr. Bisher gibt es noch keine Pläne, aber behaltet einfach unsere Facebook-Seite im Auge, wo alles Neue gepostet wird.

Was steht als nächstes an für euch? Habt ihr schon angefangen, neue Songs zu schreiben?

Selbstverständlich denken wir schon über ein neues Album nach, ein bisschen Material dafür gibt es auch schon. Doch zuerst müssen wir uns um "Heroes In Time“ kümmern und schauen, was uns das Debüt so bringen wird.

Falls du noch irgendwas sagen möchtest: Hier ist deine Chance!

Ich möchte all denen danken, welche die ganzen positiven Kommentare auf YouTube, Facebook usw. geschrieben haben. Einfach jedem, der unsere Arbeit geteilt und dem sie gefallen hat. Wir sind wirklich sehr dankbar für die ganze Unterstützung. Ohne unsere Fans wären wir nichts! Danke euch allen. Ich hoffe, wir sehen uns nächstes Jahr in Europa!