Geschrieben von Dienstag, 19 Januar 2010 00:00

God Dethroned - Interview mit Sänger / Gitarrist Henri zu 'Passiondale'

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"Passiondale" aus dem Hause GOD DETHRONED steht schon ein wenig länger in den Regalen, und so verhält es sich auch mit diesem Interview. Offenbar ist es im Zuge unseres Relaunchs untergegangen, doch nach erfolgreicher Wiederherstellung wollen wir Euch die Infos von Sänger und Gitarrist Henri zu seinem Konzeptalbum nicht länger vorenthalten. Auch wenn wir selber nicht mehr wissen, wer damals die Fragen gestellt und sich prompt eine Klatsche eingehandelt hat ...

Bitte stell Dich und Deine Band kurz vor.

Ich bin Henri von God Dethroned. Wir sind schon seit einer Weile dabei und ich kann mir nicht vorstellen, dass noch niemand von uns gehört hat...

Könntest du uns etwas über den Titel und das Artwork eures letzten Albums erzählen?

Passiondale ist der Spitzname, den die englische Armee der Stadt Passchendaele während des ersten Weltkrieges gegeben hat. Passchendaele war eines der Schlüsselplätze während des Krieges, vier der Hauptgefechte wurden dort geführt. "Passiondale" ist ein Konzeptalbum über den ersten Weltkrieg, und das Cover illustriert diesen Krieg und die Länder, die darin verwickelt waren.

Wie habt ihr es geschafft, neue Leute für so außergwöhnliche Musiker wie Gitarrist Isaac Delahaye und Drummer Ariën Van Weesenbeek zu finden - und wie lange hat es gedauert, die Songs in diesem neuen Lineup wieder in den richtigen Fluss zu bekommen?

Normalerweise ist es gar nicht so schwer, neue gute Musiker zu finden, denn die Leute, die in GD spielen wollen wissen, dass sie gut spielen müssen – und das tun sie dann auch. Ich habe "Passiondale" alleine geschrieben und dann mit unserem Drummer im Proberaum eingeübt. Erst nach den Aufnahmen habe ich nach einem neuen Gitarristen gesucht. Die Dinge haben sich dann gut entwickelt und vor allem das viele Livespielen hilft, den Fluss wieder ziemlich einfach in die Band zu bekommen.

Was hat Drummer Roel Sanders nach zehn Jahren wieder zurück in die Band gebracht? Hat das einen Back-To-The-Roots-Touch gebracht, oder wie kam es, dass ihr nicht in der Richtung von "The Toxic Touch" weiter gemacht habt?

Ich habe Roel auf einem Festival in Holland wiedergetroffen, wo ich ihn nach dem Wiedereinstieg gefragt habe. Er hat sofort zugesagt. Unglücklicherweise mussten wir ihn bereits nach einem Jahr aus persönlichen Gründen wieder ersetzen. "Passiondale" ging wieder zurück zu den Wurzeln und ja, mit Roel am Schlagzeug erschien es sehr einfach, dies zu tun.

Auch Danny Servaes brachte die Band wieder zurück zu „Grand Grimoire" oder „Bloody Blasphemy", was den Sound betrifft – also eine Menge Blastbeats und brutales Riffing. War das von Anfang an so geplant oder hat sich das von Song zu Song entwickelt?

Es war von Anfang an geplant.

Meiner Meinung nach haben eure Platten nie echte "Hits" gehabt aber immer nach einem Stück Kunst geklungen. Spielt sowas eine Rolle in eurem Songwriting-Prozess?

Nein, das macht es nicht. Wir haben eine Menge Hits und mein Hauptziel ist es, catchy Songs zu schreiben. [Anm.d.Hrsg.: Auf diese Frage hat man auch keine bessere Antwort verdient... ;-)]

War „Passiondale" von Anfang an für euch als Konzept wichtig?

Ja, sogar sehr. Ich wollte immer schon mal ein Konzeptalbum über ein historisches Thema schreiben. Als ich Isaac in seiner Heimatstadt Ypres besuchte, wurde ich ziemlich viel mit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert und das hat mich ziemlich beeindruckt, so dass ich wusste, dass ich genau darüber schreiben wollte.

Wie hast du die Recherchen für das Thema bewältigt? Hast du stundenlang vor dem Computer gesessen oder Tage im Buchladen verbracht?

Ja, hab ich beides gemacht. Aber nicht nur Stunden – Wochen!

Auf „Poison Fog" kann man Marco v.d. Welde mit Clean-Vocals hören. Werdet ihr sowas in Zukunft öfter nutzen?


Keine Ahnung, das werden wir dann sehen.
Famous last words?
Cheers!