Geschrieben von Montag, 28 November 2022 14:50

Babybeard: Metal meets J-Pop – Konzertbericht der ersten Europa-Show

Die neue Kawaii-Metal-Sensation aus Japan, BABYBEARD, hat Ende Oktober zum ersten Mal ein Konzert auf europäischem Boden gegeben. Im Rahmen der „YuniCon – Anime-, Manga- und Gaming-Convention“ war das Trio um Pro Wrestler Richard „Ladybeard“ Margarey am 29.10. in Wien zu Gast. Wir waren für euch vor Ort, um von dem Spektakel aus Metal, J-Pop und Wrestling zu berichten.

Baby-was?

Wer zwischen 2015 und 2017 regelmäßig auf YouTube unterwegs war, wird um ihn kaum herumgekommen sein: Ladybeard, den Cross-Dressing Pro Wrestler und seine damalige Formation LADYBABY, die mit „Nippon Manju“ damals einen viralen Hit landeten. Während der Hochzeit der Corona-Pandemie 2021 verkündete Ladybeard zusammen mit den Sängerinnen Suzu Nakayama und Kotomi Hinata, mit einer neuen Band an den Start zu gehen, ihr Name: BABYBEARD. Seit Gründung haben BABYBEARD zwei Singles veröffentlicht und ein Album in der Warteschleife.

Metal, J-Pop und Pro-Wrestling

Wie genau sieht denn jetzt eigentlich ein Konzert von einer Band aus, die bisher nur zwei Songs veröffentlicht, aber 60 Minuten Spielzeit hat? Erstmal ganz normal, es werden die bereits existierenden Songs gespielt. Wenn diese allerdings ausgeschöpft sind, beginnt Stufe 2: Coversongs.

Die Wahl fällt dabei zunächst auf „PA PA YA“ von BABYMETAL, bevor BABYBEARD mit einem „You all definitely know this one!“ den bereits erwähnten Hit „Nippon Manju“ des Abends einleiten. Und tatsächlich ist das Publikum bei beiden Songs erstaunlich textsicher und macht bei allem mit, was von den Performenden auf der Bühne gefordert wird – sei es Klatschen, Tanzen oder Headbangen.

Nach nur vier Songs ist gerade mal ein Drittel des Konzertes vorüber, und nun? Es passiert das, womit wohl die wenigsten gerechnet haben: Der österreichische Wrestler „Sick Bubblegum“ stürmt in seinem charakteristischen bunten Batikshirt die Bühne und beginnt damit, Ladybeard zu verprügeln, während zwei seiner Schergen die Sängerinnen Suzu und Kotomi von der Bühne zerren.

Es beginnt ein gut 30-minütiger Wrestlingkampf zischen Ladybeard und Sick Bubblegum, der die beiden Kontrahenten durch den gesamten Zuschauerraum der Halle führt. Dabei kommen auch eine Akustikgitarre und diverse Stühle zum Einsatz, welche die beiden Kämpfenden sich gegenseitig um die Ohren hauen (leider überlebte die Gitarre diesen Einsatz nicht). Am Ende dürfen auch Suzu und Kotomi nicht fehlen und es entbrennt ein Wrestlingkampf zwischen allen Beteiligten: Ladybeard, Suzu und Kotomi auf der einen, Sick Bubblegum und seine Schergen auf der anderen Seite.

Neue Songs für begeisterte Fans

Nachdem die Gegner besiegt sind, beginnt das nächste Kapitel dieses denkwürdigen Auftritts: ein Kostümwechsel im Graphic-Novel Stil. Dabei verlassen die drei zunächst die Bühne, da der Wrestlingkampf die Lolitakleider der Performenden „kaputt gemacht hat“. Auf den Bildschirmen links und rechts neben der Bühne erscheinen die drei Charaktere in Graphic-Novel-Stil und beratschlagen, was nun mit den Outfits passieren soll.

Wenig später betritt das Trio auch schon wieder die Bühne, diesmal in nagelneuen Outfits im Stil der Animeserie „Sailor Moon“. Begrüßt werden sie von zahlreichen „Kawaii“-Rufen aus dem Publikum. Nach einer kurzen Ansprache des Frontmans und ausgedehnten Danksagungen an Veranstalter, Crew und vor allem die Fans, geht es auch schon in den letzten Song, ein bisher unveröffentlichtes Werk vom bald erscheinenden Debütalbum des Trios.

Doch wer dachte, dass BABYBEARD ihre Fans ohne eine Zugabe gehen lassen, hat sich getäuscht. Nach einer kurzen Deutschstunde für Ladybeard, in dem ihm das Publikum das Wort „Oachkatzlschwoaf“ beibringt, stimmen BABYBEARD zum Schluss noch einen letzten brandneuen Song an.

Mit dem Versprechen wiederzukommen, sobald das Album veröffentlicht ist, verabschieden sich dann Ladybeard, Suzu und Kotomi nach gut einer Stunde Show von der Bühne. Aber nur, um kurz darauf mit kleinen, an signierte Luftballons gebundenen Geschenken noch einmal auf die Bühne zu kommen und diese im nach wie vor ekstatischen Publikum zu verteilen.

Danach ist das Spektakel endgültig vorbei und die begeisterten Zuschauer:innen verlassen nach und nach die Halle. Was den Gesprächsfetzen zu entnehmen ist, ist ein überwältigend positives Feedback zum Konzert, der Band und der Show.

Ladybeard vor Fans im Jahr 2016Bild von 2016 / Dick Thomas Johnson from Tokyo, Japan, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Luise

Stile: Melodic-Death-, Prog-, Heavy-, Folk-, Pagan-, Symphonic Metal, Folk-, Alternative Rock

Bands: Coppelius, Avatar, Orphaned Land, Pantera, Nightwish, Opeth, Carach Angren, Judas Priest, Iron Maiden, Dimmu Borgir, Apocalyptica, Dark Tranquillity, Amorphis, Korpiklaani, Soilwork, Heilung, Grimner, Arkona