Tourist - The Relevance Of Motion



Review

Stil (Spielzeit): Alternative-Rock(Pop) (37:08)

Label/Vertrieb (VÖ): Major MTM Music/SPV (29.09.06)

Bewertung: 3/10

Link: http://www.touristband.com
Ein wunderschönes Paar rote, mit weißen Sternchen verzierte Gummistiefel, das da auf dem saftig grünen Rasen des Covers steht. Wirklich schön. Das bleibt aber auch so ziemlich das einzige, was mir am Debüt von TOURIST gefällt. 

Groß angekündigt, ganz heißes Teil aus Kanada, haben sie ja immerhin die „99.3 CFOX's Vancouver Seeds Competition" gewonnen und traten somit in die Fußstapfen von NICKELBACK. Zugegeben, da hätte man schon stutzig werden müssen. Aber nicht nur damals, sondern auch auf „The Relevance Of Motion" tun sie es ihren kanadischen Landsleuten gleich: irgendwie langweilig kommerziger Alternativ-Rock. 

„Jacob's Ladder" heißt der Eröffnungstrack, der noch etwas verzwickt sein möchte. Atmosphärischer Kirchenhall, saubere Gitarre und melodiöser Gesang. Alles Tip-Top abgemischt. Auf jeden Fall das beste Lied der Platte, was vermutlich daran liegt, dass sich hier an großen Vorbildern bedient wurde. So hört es sich also an, wenn NICKELBACK wie TOOL und SOAD klingen wollen. Um den nötigen Tiefgang zu gewährleisten, wird ein biblischer Titel gewählt und mit Textzeilen wie „you want me to be just like Jesus/he keeps me alive and I'm not bearing this cross on my own" um sich geworfen. Also auch noch die kleinen unartigen Brüder von CREED, die dann doch ab und zu mal „fuck" sagen.  

Da das auf die Dauer auch nicht funktioniert, wird es etwas „einfacher" und (noch) leichter zugänglich. „Throwing Stones" ist dann auch die erste Rockballade. Ich denke chartstauglich, und sogar besser als die Hits der Band um den blondierten Dauerwellenfriesenträger. 

Alle Songs bewegen sich auf diesem: es-ist-zu-gut-produziert-um-wirklich-schlecht-zu-sein-aber-gut-ist-es-trotzdem-nicht Niveau. Man hört, da wurde Geld reingesteckt, aber wenig Kreativität. Man hört hier ein paar AUDIOSLAVE-Ansätze in "LRT", dort dann wieder DEFTONES-Akkorde in "Throw It Away". Alle sind sie irgendwo ein bisschen verewigt worden.

Für alle, die NICKELBACK, LIFEHOUSE, PAPA ROACH und wie sie nicht alle hießen gut fanden, könnte das die Platte des Jahres sein. Für niemanden sonst. Und wer mir nicht glaubt, soll sich das rein  akustische „It Just Doesn't Matter" anhören, das durchaus geeignet ist, die Hintergrundmusik in einer Hollywood-Romantik-Liebeskomödie zu sein oder der Soundtrack dazu, wie ich mich auf der Toilette übergebe. Platt, auf eine ganz einfallslose Art. Nicht nach meinem Geschmack. Aber die Gummistiefel sind schön.

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