Truppensturm - Salute to the Iron Emperors




Stil (Spielzeit):
  Black Metal  (34:47) 
Label/Vertrieb (VÖ): Ván Records (31.05.2010)
Bewertung: 6 / 10

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TRUPPENSTURM, ehemals STUMTRUPPEN haben’s mit dem Namen scheinbar nicht besser verdient als ungerechtfertigter Weise mit der rechten, d.h. der unrechten Gesinnung in Verbindung gebracht zu werden. (Warum eigentlich? Sturmtruppen ist doch gar kein nazistischer Begriff, sondern stammt aus dem 1. Weltkrieg.) Das Artwork tut ein Übriges, wenn man nur flüchtig hinguckt. Geschenkt: die Jungs sind bei Ván Records und m.E. damit über jeden Zweifel erhaben.

„Die Jungs“, das ist vor allem mal Vangard (von Rimburg); Unterstützung erhält er von seinem KERMANIA–Kollegen Weigand sowie dem Ex-NAGELFARer und Kopf hinter THE RUINS OF BEVERAST, A. v. Meilenwald. Nun, mit derlei ausdifferenzierten Klängen hat der TRUPPENSTURM nix am Stahlhelm. Was hier über den Hörer hereinbricht, ist ein Sperrfeuer aus Death und Black (glaube ich, jedenfalls), das jeder Beschreibung spottet. Kaum hingehört, werden die Gehörknöchelchen pulverisiert, gehen die Ohrmuscheln in Rauch auf… Was man woanders grimmig als War Black Metal verkauft, ist im Vergleich zum TRUPPENSTURM reiner Kuschelrock. Fast möchte man ENDSTILLE empfehlen, ihren tuntigen Kram in Peace Pink Metal umzutaufen und bitte nur noch entsprechend gefärbte Outfits zu tragen. Zumindest…

…kann man derlei mit jeweils anderen Worten, aber vergleichbarem Duktus fast überall lesen. Vielleicht haben jene Kollegen ja recht… Ich tue mich da etwas schwerer. Denn man hört so wenig. Was den TRUPPENSTURM nämlich als allererstes auszeichnet, ist ein unfassbar grottiger Sound. So dumpf und indifferent wie man es seit den 80er Tape-Trading Zeiten nicht mehr gehört hat. Es klingt in etwa wie in einem unterirdischen Bunker. Nach Wassereinbruch vollgelaufen. Das Aufnahmegerät, Baujahr `36, mit Schlamm vollgesogen. Die Klänge, die herüberwabern scheinen tatsächlich Bombentreffer, Granatfeuer, rollende Panzer zu sein… vielleicht sind es tatsächlich aber Gitarren, Bass, Drums und das desillusionierte Gemaule eines Dobermanns, dessen Opfer sich nicht mehr wehrt. Oder so: man nehme zwei Stücke von MARDUK, lege sie übereinander, lösche den Gesang des einen, pitche den anderen massiv nach unten und überspiele das Resultat mindestens 8 mal zwischen zwei billigen, asynchron laufenden Kassettenrecordern hin und her.

Dieser im doppeltem Sinne unfassbare Sound ist nicht nur eine Kriegserklärung an alle Hi-Fi-Weicheier; sondern vor allem wohl genau so gewollt und quasi ein zusätzliches Instrument… Meines Erachtens ist er das einzig „Innovative“ an dem Gewummer (mit Sicherheit kann das wohl nur die Band sagen) und macht obendrein den wesentlichen Charme aus. Denn dass das Gewummer Charme hat, sehe ich auch so. Auch wenn der zur Abnutzung neigt….

Vielleicht liegt’s ja nur daran, dass ich solche alten Kasetten noch habe, dass ich nicht ganz so begeistert bin wie die Kollegen. Vielleicht sollte ich aber auch losgehen und mir ein paar rosa Klamotten kaufen? Na gut, aber erst einmal schiebe ich irgendwas von MARDUK oder ENDSTILLE in den Schacht, ich brauch jetzt dringend ein paar Friedenslieder…

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