Ragnarok – Psychopathology

Ragnarok – Psychopathology
    Black Metal

    Label: Agonia Rec./Soulfood
    VÖ: 25.03.16
    Bewertung:7/10

    Homepage


Auch wenn die Truppe aus Norwegen schon seit über zwanzig Jahren ihren Hass in die Welt hinausposaunt, lief sie mir erst vor ein paar Jahren über den Weg und hat mich damals nicht übermäßig vom Hocker gerissen. Die mittlerweile achte Scheibe der Düsterheimer überzeugte jedoch bei genauerem Hinhören.

Beim Einstieg wird wenig um den heißen Brei herumgeredet. Mit High-Speed geht das Geholze los. Alle Zutaten, die klassisches Teufelszeug benötigt, sind vorhanden. Rasende Blasts, höllischer Gesang und flottes Saitenschreddern. Dabei machen die Axtarbeiter deutlich, dass hintergründige Leitmelodien den Grundriffs zur Seite stehen sollen.
Während aus voller Brust „I Hate“ gebrüllt wird, werden dissonante Töne geliefert. Zum Haare kreisen lassen eignet sich prima der folgende Titelsong, der mit knackigen dreieinhalb Minuten der zweitkürzeste Track ist.
Manchmal finden sich fiese Klänge, wie sie auch bei den nicht mehr existierenden AVERSE SEFIRA zu hören waren. Hymnische Melodien, die durchaus gut ins Ohr gehen, werden jedoch nicht nur in „Infernal Majesty“ geboten.

„The Eight Of The Seven Plagues“ beginnt mit einem langsameren Groove, den man nicht allzu oft antrifft. Doch es dauert nicht lange, bis das Gaspedal wieder durchgedrückt wird. Einmal mehr fallen mir die schwedischen Kollegen von DARK FUNERAL ein, die in einem ähnlichen Tempo durch ihre Songs brettern.

Im späteren Verlauf des Album sind manche Riff-Ideen nicht mehr ganz so spritzig, sie düsen vielmehr in lautem Geknatter am Trommelfell vorbei. Und doch verschafft sich das brachiale „Blood“ kurz vor Schluss nochmals Aufmerksamkeit und der Gesang im Schlusstrack wirkt fast schon melodisch rockig, bevor dieser kommentarlos zu Ende ist.

Fast zur selben Zeit wie DARK FUNERAL gegründet, sind auch RAGNAROK immer noch unbeirrbar unterwegs. Auf der Route des rasenden Black Metals gehen sie keine Kompromisse ein, glätten den Sound nicht zu stark und wissen mit kleinen Variationen zu überzeugen, so dass man durchaus auch näher hinhören kann, um alles mitzunehmen. Ohne ein Hit-Album zu sein, ist „Psychopathology“ eine Platte mit wirklich gut gemachter Kost aus dem hohen Norden.