Geschrieben von Sonntag, 09 August 2015 10:02

Rockharz 2015 - Der Festivalbericht

Auch in diesem Jahr fand das grandiose Rockharz im schönen Städtchen Ballenstedt, direkt an der Teufelsmauer, statt. Die letzten Jahre hat das Rockharz immer mit einer grandiosen Organisation und einem tollen Gesamteindruck überzeugt, 2015 war es jedoch ein wenig anders.

- MITTWOCH -

Um nicht in einen zu langen Anreisestau zu geraten, haben meine Mitreisenden und ich schon vor Tagen beschlossen, dass wir eine Ankunft gegen 18:00 Uhr anpeilen – leider ist uns hierdurch der Stau nicht entgangen. Dieser beginnt nämlich schon ein paar Kilometer vor Ballenstedt und etwa fünf Kilometer vom Gelände entfernt. Aber so haben wir wenigstens genug Zeit, die Leute aus den anderen Autos kennenzulernen, genauer gesagt etwa zweieinhalb Stunden. Damit sind wir jedoch noch gut dran – Fans, die bereits gegen Mittag da waren, standen zum Teil über sechs (!) Stunden! Die armen Bands, die bereits um 16:00 Uhr auf der Bühne spielten, vermutlich gab es hier kein Publikum – standen ja alle im Stau!

Dennoch ist es irgendwie möglich, den Headlinder am Mittwoch zu sehen: EKTOMORF! Von Beginn an legen die Jungs aus Ungarn richtig los. Von Anfang bis Ende01Ektomorf18wird auf der Bühne, ebenso davor, gesprungen und gefeiert. Die Meute wird durch das Gespringe auf der Bühne immer weiter angeheizt, sodass laufend „EKTOMORF!“-Rufe aus dem Publikum ertönen und sich die ersten Crowdsurfer aufmachen. Keine Frage, dass bei Songs wie „Outcast“ oder „Black Flag“ auch textsicher mitgesungen wird.

EKTOMORF haben sichtlich Spaß am Gig und zocken ihn zuverlässig durch. Nach etwa einer Stunde verlassen die Mannen als letzte Band des Abends die Bühne.


- DONNERSTAG -

Früh am Morgen rufen DRONE zum Katerfrühstück um 14:00 Uhr, frei nach dem Motto: „Hammered, Fucked And Boozed“. Der Platz vor der Bühne ist noch recht leer, doch dies scheint die Band nicht zu stören, denn auf der Bühne ist eine reine Party und DRONE fegen über die Stage. Ein kleiner Circle Pit lässt sich noch entdecken, die Meute kommt langsam in Fahrt. Mit Gastsängerin Britta von CRIPPER drehen DRONE und die Fans bei „Into Darkness“ noch einmal richtig auf und zerlegen das Feld vor der Bühne. Die Band liefert mit ihrem Gig einen grandiosen Auftakt!

Mit feinstem Power Metal von MAJESTY geht es weiter, auch wenn wie bei ihren Vorgängern der Platz vor der Bühne nicht wirklich überfüllt ist. Doch die Band grüßt laufend ihre Fans und posen können die Jungs wirklich gut. MAJESTY sind stets dabei, ihre Fans zum Mitmachen zu animieren, zum Mitklatschen und Mitsingen. Die Band liefert einen super Auftritt mit toller Show und tollem Sound ab, so macht Power Metal Spaß.

Mit EMIL BULLS geht es nach kurzer Pause weiter und man merkt sofort: Hier geht es härter zur Sache. Von Beginn an wird nur gemosht und getanzt. Crowdsurfer sind auch allzeit präsent und die erste Wall of Death lässt nicht lange auf sich warten. Der Sound ist gut und die Stimmung zweifelsohne ausgelassen. Hier wird richtig gefeiert!

Stilbruch – jetzt sind EPICA an der Reihe. Die Symphonic Metal Band aus den Niederlanden hat viele Leute vor die Bühne gelockt und so überrascht es nicht, dass die Stimmung von Beginn an gut ist, wie auch der Sound. Sängerin Simone strahlt eine unheimliche Präsenz aus und hat sichtlich Spaß an ihrem Job. Ob „Sesorium“ oder „Unchain Utopia“, die Band ist absolut spielsicher und souverän, ebenso wie die Fans, denn überall in den Reihen sieht man Leute, die ihre Lieblingslieder fehlerfrei mitzusingen scheinen. Ein ganz besonderer Auftritt, für die Band und für die Fans, besonders die Präsenz von Sängerin Simone sucht ihresgleichen.

06Alestorm28Die Metal-Piraten ALESTORM entern als nächste unter lauten Jubelrufen die Bühne, die auch bis zum Ende anhalten. Sie warten mit einer kleinen Überraschung auf, einem Banner, das bis heute wohl niemand so recht durchschaut hat: Grelle Neonfarben als Hintergrund, auf dem Bananen mit Gänseköpfen zu sehen sind – da war wohl ein wenig Rum im Spiel. Für Nachschub sorgt übrigens Nergal von BEHEMOTH im Tequilla Kostüm.

Der Rum ist, wie sonst auch, sehr präsent und Sänger Chris Bowes genehmigt sich während des Gigs den ein oder anderen Schluck. Gefeiert wird ausgelassen und vor Crowdsurfern kann man sich kaum retten. Zwischenzeitlich versuchen einige Fans, die Bühne auf einem Schlauchboot zu entern – ohne Erfolg. ALESTORM legen einen grandiosen Auftritt mit super Stimmung und tollem Sound hin, den bis jetzt besten Gig auf dem Rockharz. Anders ist es von der Band auch nicht zu erwarten.


Jetzt gibt’s auf die Fresse, KATAKLYSM zerlegen den Acker. Von Beginn an legen die Kanadier ein echtes Brett vor: Headbanger, Mosher, Crowdsurfer – hier ist alles vertreten und die Fans lassen so richtig die Party steigen. Selten sieht man eine so aufgedrehte Menge, hier ist richtig gut Stimmung und die Fans feiern in völliger Ekstase. Eines ist sicher: Morgen wird es richtig Nackenschmerzen geben!

Man müsste meinen, dass nach einer vollen Stunde geballter Metalparty die Meute erschöpft ist – doch dass dem nicht so ist, zeigt sich bei der nächsten Band.

Weiter geht es mit einer DER Bands im Black Metal Bereich. BEHEMOTH sind bekannt für grandiose, mitreißende Shows, bei denen nicht nur das Bühnenbild, sondern auch Sound und Ablauf perfekt stimmen. Nicht anders ist es hier. BEHEMOTH legen sofort richtig los und zeigen dem Rockharz, wie man eine gute Show abliefert. Drückende Drums und perfekte Gitarrensounds dominieren den Auftritt der Polen. Für das extravagante Bühnenbild werden noch rasch ein paar umgedrehte Kreuze angezündet. Überraschend ist jedoch, dass es für einen Headlinerslot verhältnismäßig leer vor der Bühne ist. Natürlich ist die Musik nicht für jeden Metalfan was, aber wer BEHEMOTH nicht gesehen hat, hat definitiv einen der besten Auftritte des Festivals verpasst.

Nicht ganz so gut geht es mit HAMMERFALL weiter. Zwar ist das Infield gut gefüllt, doch die Performance ist bei weitem nicht so gut, wie erhofft. Hier und da gibt's ein paar Soundprobleme wie zu laute Drums und eine Stimme, die nicht immer jeden Ton trifft. Dennoch feiern die Fans vor der Bühne mit und singen ihre Lieblingslieder. An den Auftritt des Vorgängers kommen HAMMERFALL jedoch nicht ran und so leert sich das Infield zum Ende hin recht schnell.

- FREITAG -

Zum Morgen ertönt ein wenig Beschallung von RAGNARÖK, die sichtlich einen sehr schwierigen Job haben. Zwar stimmt der Sound zweifelsohne und auch die Band scheint topfit zu sein, jedoch ist das Publikum noch ein wenig träge und weiß zu Anfang nicht so richtig, wie es sich bei Trinkliedern, die von Met und Bier handeln, verhalten soll. Nach ein paar Songs finden sich jedoch ein paar Feierwütige, die ordentlich mitmachen und singen, aber vielleicht liegt das auch nur am Restalkohol. Nichtsdestotrotz entwickelt sich der Gig von RAGNARÖK noch sehr gut und die Leute haben Spaß. Hier scheint es keiner bereut zu haben, sich so „früh“ vor die Bühnen begeben zu haben.

Interessant geht es weiter, mit DEVILMENT. Die Band hat einen großen Teil ihrer Berühmtheit wohl durch Sänger Danny erlangt, der am nächsten Tag noch bei CRADLE OF FILTH singen wird. Bei DEVILMENT scheint er jedoch ebenfalls sichtlich Spaß zu haben. Der Stil erinnert zwar an eine Mischung aus Heavy Rock und Death Metal, aber die Attitüde ist ähnlich wie bei COF, und so lernen wir zum Beispiel, dass Danny Freitage hasst, da an diesem Tag Jesus gekreuzigt wurde. Alles in allem ein interessanter Auftritt, der jedoch vermutlich niemandem sonderlich lange in Erinnerung bleiben wird.

Als nächstes wird ein Jubiläum gefeiert: 20 Jahre MANEGARM, die Band, bei der niemand so richtig weiß, wie man sie auszusprechen hat. Eines muss man jedoch sagen: Die Jungs wissen, wie man eine gute Show macht und ein Jubiläum richtig feiert! Der Gig macht Spaß, der Sound ist gut – ebenso wie die Stimmung auf und vor der Bühne. Die Fans haben in den 20 Jahren des Bandbestehens offenbar viel gelernt, denn Songs werden hier laufend mitgesungen. Getanzt und gemosht wird an einigen Stellen auch, sodass sich langsam aber sicher der berühmte Staub vor der Bühne Richtung Himmel bewegt. Eine fanbetriebene Nebelmaschine quasi.

Was mittlerweile auffällt, ist, dass es eigentlich nach jeder Band einen ziemlichen Stilbruch gibt, so sind nun DELAIN an der Reihe. Der Female Fronted Symphonic Metal macht bei dem guten Wetter richtig Spaß. Leider muss man sagen, dass der Sound nicht von Anfang an stimmt und sich erst nach den ersten Songs ordentlich einpegelt. Das tut der Stimmung jedoch keinen Abbruch, vor der Bühne wird laufend gesungen und die Hände sind permanent in der Luft, was nicht zuletzt wohl auch an der guten Show von Sängerin Charlotte liegt.17Coppelius31 kopie
Weiter geht's mit COPPELIUS. Für mich nicht wirklich eine Band, die man sich regelmäßig auf CD anhört, denn hier kommt die Stimmung nur live wirklich rüber. Von der ersten Sekunde an ist das ganze Pubikum mitgerissen und jeder hat Spaß. Hier wird gesungen und getanzt, was das Zeug hält. COPELLIUS strahlen über das ganze Gesicht. Nicht häufig sieht man auf einem Metalfestival eine Band mit Cello und Kontrabass, doch hier funktioniert es zweifelsohne. Die beiden Herren an der Klarinette übertreffen sich immer wieder gegenseitig in schweißtreibenden Klarinettensoli und spielen so manchen selbsternannten Gitarrengott in den Schatten.

Weiter geht es mit BLUES PILLS. Der Stil der Band ist zweifelsohne nicht alltäglich für ein Metalfestival, doch es scheint zu funktionieren. Der Platz vor der Bühne ist gut gefüllt und die Fans machen ordentlich Stimmung. Dass der Sound mehrmals für einige Sekunden ausfällt, stört wenig, die Stimmung bleibt trotzdem ganz oben. Auch die Band lässt sich durch diese kleinen Lappalien nicht unterkriegen und zockt ihr Set souverän durch. Spätestens am Ende ihres Auftritts wird klar, wie sehr die Meute diese Formation doch feiert. "Zugabe!"-Rufe hallen von allen Seiten, doch die BLUES PILLS müssen leider die Bühne verlassen, denn die nächste Band steht schon in der Startposition.

Mit etwas Verspätung legen BIOHAZARD mit ihrem interessanten Mix aus Hardcore, Punk und Metal direkt los. Voll auf die Fresse ist hier die Devise. Vor und auf der Bühne ist gut Stimmung und die Fans brauchen nicht lange, um die ersten Circle Pits in Betrieb zu nehmen. Der Mix aus alten und neuen Songs scheint gut zu gefallen. Hier wird zu allem gefeiert, keine Frage, und der Sound stimmt auch. Die Probleme, die ihre Vorgänger auf der Nebenbühne hatten, scheinen endlich behoben.

Nach einer etwas längeren Pause geht es im Schein der Untergehenden Sonne mit FEAR FACTORY weiter, und eines muss man sagen: Was ein geiler Auftritt! Hier stimmt absolut alles. Der Sound ist drückend und perfekt eingestellt, Sänger Burton C. Bell macht richtig gut Stimmung und kann live super performen. Auch der Rest der Band ist perfekt aufeinander abgestimmt, sodass es nicht lange dauert, bis die grandiose Stimmung auf der Bühne auf die Meute abfärbt. Das einzig Negative an dem Gig ist, für mich nicht richtig verständlich, das relativ leere Infield. Viel los ist hier nicht, dafür haben die Fans aber auch mehr Platz zum Feiern – man muss es also positiv sehen. Wie BEHEMOTH ab Vortag, legen FEAR FACTORY heute den tagesbesten Auftritt hin – grandios!

Legendär geht es weiter, mit W.A.S.P., die mittlerweile jedem Metalhead ein Begriff sein sollten. W.A.S.P. hatten in den letzten Jahrzehnten genug Zeit, ihre Bühnenshow zu perfektionieren ... und das sieht man auch. Selten eine Band erlebt, die so am posen ist. W.A.S.P. schmettern ihre Hymnen wie „Love Machine“, bei denen natürlich jeder einzelne Fan vor der Bühne mitsingt. Was kann man zu diesen Jungs noch groß sagen? Aus der Übung sind die Musiker zumindest nicht.

22WASP25
Setlist:

On Your Knees / The Torture Never Stops
The Real Me
L.O.V.E. Machine
Crazy
Wild Child
Sleeping (in the Fire)
Take Me Up
The Headless Children
The Idol
I Wanna Be Somebody

Chainsaw Charlie (Murders in the New Morgue)
Blind in Texas


- SAMSTAG -

Leider ist nun auch schon der letzte Festivaltag gekommen, doch dieser wird natürlich noch einmal richtig gefeiert. Los geht es direkt mit den Jungs von WALDGEFLÜSTER aus München. Leider spielen sie zu einer unmenschlichen Uhrzeit, denn um kurz vor 12 am Morgen werden viele Besucher wohl noch den Kater vom Vorabend ausschlafen, die anderen jedoch begeben sich vor die Bühne.
WALDGEFLÜSTER legen einen super Auftritt hin. Der Sound stimmt größtenteils, auch wenn das zweite Mikrofon teilweise ein wenig leise ist. Die Show ist dennoch gut und die Fans vor der Bühne haben, ebenso wie die Band, sichtlich Spaß. Das Bühnenbild ist recht simpel gehalten, jedoch haben die Jungs aus München viel Wert auf Aussehen gelegt und so ist ihr Outfit perfekt aufeinander abgestimmt, was durchaus sehr nett anzusehen und mal was Besonderes ist!

Setlist:
Karhunkierros
Herbst befiel das Land
Fichtenhain

Auf dem Rock Harz treten CRIPPER überraschenderweise ohne Bass auf, und die Begründung ist echt gelungen: Bassist Gerrit ist gerade bei der Geburt seines Kindes dabei – hierfür gibt es selbstverständlich viel Jubel seitens der Fans. Ansonsten ist der Auftritt von CRIPPER gut gelungen, kraftvoll und hart, wie man es erwartet. Vor der Bühne ist mittlerweile auch schon deutlich mehr los und die Band aus Hannover hat sichtlich Spaß am Set und zockt es souverän durch, auch ohne Bass.
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Makaber wird es mit der nächsten Band: HELL. Man sieht nicht viele Sänger, die sich auf der Bühne auspeitschen, das Publikum segnen und dazu noch eine Dornenkrone tragen. HELL jedoch scheinen an sowas viel Spaß zu haben und legen eine wirklich interessante Show hin. Die Musik gerät dabei keinesfalls in den Hintergrund, eine Mischung aus Heavy Metal und Rock. Der Sound ist spitze und besonders die Show sorgt dafür, das HELL vielen Fans noch in Erinnerung bleiben wird.

27ReiterMania19
Sportlich wird es mit der nächsten Band des letzten Tages: THE HAUNTED geben richtig Gas und zerlegen das komplette Infield mit ihrer bunten Melo-Thrash-Mischung. Der Sound ballert und das Publikum braucht nicht lange, um sich in den Moshpits gehen zu lassen. Vor der Bühne herrscht Krieg und die Fans moshen, pogen und bangen. Hier sieht man wirklich, wie die Fans am letzten Tag noch einmal alles geben.

Nicht anders ist es bei der nächsten Band: Vor kurzen haben DIE APOKALYPTISCHEN REITER eine längere Livepause ab dem nächsten Jahr angekündigt – Grund genug also, auf dem Rockharz noch einmal richtig die Sau rauszulassen. Zwar ist auch hier das Infield nicht unbedingt brechend voll, aber die Fans machen eine super Stimmung und feiern zu ihren Lieblingssongs ordentlich mit. Überflüssig zu erwähnen, dass der Sound bei den Reitern spitze ist und sich die APOS auf der Bühne perfekt inszenieren, was bei den REITERN ja schon Routine ist. Bei THE HAUNTED war schon eine ziemlich gute Stimmung und es wurde viel gefeiert – an die absolute Eskalation bei den APOS reicht dies jedoch nicht. Wall Of Death und Mosh ist hier an der Tagesordnung. Spätestens bei „Es Wird Schlimmer“ feiert jeder mit. Was für eine geile Show!

Pause gibt es auf dem Rock Harz nicht und so geht es direkt mit THE BLACK DAHLIA MURDER weiter. Ein Wort kann den Auftritt perfekt beschreiben, und zwar von Anfang an: Brachial! THE BLACK DAHLIA MURDER knüppeln sofort richtig los und legen ein Brett nach dem anderen hin. Der Tontechniker wird bei dem aggressiven Sound vermutlich ordentlich auf Trab gehalten, schafft es aber offenbar doch, denn der Sound ist echt gut. Auch wenn es mittlerweile sehr heiß ist, sind die Fans noch frisch und feiern. Und gegen die Hitze kann man sich ja oben rum auch rasch frei machen, so wie Sänger Trevor, woraufhin ihm einige Männer und Frauen aus dem Publikum sofort folgen.

Schlag auf Schlag geht es weiter, jetzt sind ELUVEITIE an der Reihe, die sich ein super Opening nicht nehmen lassen: Zu „Origins“ betreten sie die Bühne, um sofort mit „King“ loszulegen. Hier ist für alle was dabei, ob Brecher wie „Inis Mona“ oder entspanntere Songs wie „Call Of The Mountains“. Das abwechslungsreiche Set gefällt den Fans offenbar recht gut, denn hier wird laufend mitgesungen und getanzt, offenbar ganz im Sinne der Band. Kleines Problem hier ist zwar, dass der Sound zu Beginn nicht ganz zu stimmen scheint, aber auch dies bessert sich umgehend.

Setlist:

Origins (Intro)
King
Nil
Neverland
Uis Elveti
AnDro
Thousandfold
De Ruef vo de Bärge / The Call of the Mountains
Kingdom Come Undone
The Silver Sister
Tegernakô
Havoc
Inis Mona
Epilogue

Viele Bands sind jetzt nicht mehr übrig, und dies drückt natürlich ein wenig auf die Stimmung. Doch SOULFLY schaffen es, das Publikum sofort wieder auch Hochtouren zu bringen. Circle Pits, Moshpits, mehr Crowdsurfer als man zählen kann und ein Hammer Sound – das beschreibt den Gig der Jungs am Besten. Bei SOULFLY wird viel Wert auf Bewegung gelegt, hier kann man gar nicht anders, als mitzumachen, denn Sänger Max fordert laufend zum Springen auf. Was schon nach den ersten Songs auffällt: Der liebe Herr Cavalera hat nicht nur seinen Sohn mitgebracht und ihn an den Bass verwiesen, sondern auch einen kompletten Musikladen im Schlepptau, betrachtet man die Anzahl der Gitarren, die er einsetzt.

Und dann steht wieder Danny Filth auf der Bühne, nur dieses Mal mit CRADLE OF FILTH. Der moderne Black Metal gefällt nicht jedem, da wundert es auch nicht, dass der Platz vor der Bühne nicht wirklich überfüllt ist. Dennoch liefern CRADLE eine gute Show ab und lassen ihre Fans zu Songs wie „Her Ghost In The Fog“ ordentlich abgehen. Dennoch fällt es mir zwischenzeitlich sehr schwer, zuzuhören, was nicht zuletzt an Sänger Danny liegt, der für seine hohen Screams bekannt ist. Leider trifft er hier nicht jedes Mal den Ton, sodass die Freude über einige Songs schnell wieder vergehen kann. Nichtsdestotrotz ein toller Auftritt.

Als nächstes stehen wahre Virtuosen auf der Bühne: DREAM THEATER. Jeder der fünf Musiker ist ein Gott an seinem Instrument, doch ihr Zusammenspiel ist noch 32DT19atemberaubender, geradezu episch! Es stimmt einfach alles, von der grandiosen Show über den bombastischen Sound zum super Gesamtbild. Ein würdiger Samstagsheadliner. Schlagzeuger sollten sich jedoch von dem Gig der Jungs fernhalten, denn jeder, der schon einmal einen Stick in der Hand hatte, wird vor Neid erblassen. DREAM THEATERs hauseigener Drumgott Mike Mangini ist zweifelsohne einer der besten Drummer, den die Metalszene kennt. Hut ab – hier fehlen einem die Worte!


Setlist:

False Awakening Suite
Afterlife
Metropolis Pt. 1: The Miracle and the Sleeper
Burning My Soul
The Spirit Carries On
As I Am
Panic Attack
Constant Motion
Bridges in the Sky
Behind the Veil


Alles in allem ist das Rock Harz auch in diesem Jahr ein voller Erfolg gewesen. Klar, der Stau bei der Anfahrt und auch bei der Abfahrt später war wirklich nicht nötig und hat viele zur Weißglut getrieben, doch was den Besuchern dafür geboten wurde, hat den Stress tausendfach wieder gut gemacht. Das Rock Harz ist und bleibt eines der besten und schönsten Festivals in Deutschland. Ballenstedt – wir sehen uns nächstes Jahr! Dann u.a. mit SAXON und PRIMORDIAL.

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