Valkyrja - The Invocation Of Demise




Stil/Spielzeit: Blackmetal (43:58)
Label/Vertrieb (VÖ):
Metalblade / SPV (17.07.09)
Bewertung: 5 / 10

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So langsam komme ich durch BYE wirklich nicht mehr daran vorbei, bestimmten Vorurteilen von mir zu begegnen. Vor kurzem war ich durch ASPHYX zum ersten Mal über lupenreinen Oldschool-Deathmeatl gestolpert und jetzt habe ich hier meine erste reine Blackmetal-Platte im Player liegen. Na dann ballert mal los!

Und genau das machen VALKYRJA aus Schweden auch direkt ab der ersten Sekunde nach dem Intro. Und dann gibt es gefühlte viereinhalb Stunden Blastbeat am Stück - da muss man tatsächlich schon eine Menge für über haben, um darauf klar zu kommen ( an alle Leser, die mit weißen Gesichtern im Wald mit ihren Nieten am Geäst hängen bleiben: ich komme aus dem Hardcore/Punk - seht es mir nach wenn ich hier etwas distanziert bin). Aber auch wenn ich hier schreibe, dass mir dieses Dauergeknüppel etwas übertrieben eingesetzt schein, nötigt mir der Drummer dann doch einigen Respekt ab - in ein Fitnessstudio braucht der nicht rennen, wenn der einmal in der Woche Probe hat. Ab dem dritten richtigen Stück zeigen die fünf Kirchenverbrenner (na, zählt irgendwer die Klischees mit?) dann aber auch mal Mut zur Langsamkeit und setzen auf schleppendes Midtempo und Atmosphäre und geben mir wenigstens ein wenig Luft zum Verschnaufen - schön übrigens, dass die Leadgitarre hier so harmonische/melancholische Akzente setzen darf.

Bei vielen Stücken gibt es natürlich gerne und viel von den typsichen, leicht dissonanten Harmonien, die mit dem ewigem Geblaste definitiv in jedem Hörer eine Gefühlsregung auslösen werden. Bei mir ist das zwar eher Ablehnung, aber das hat mit meinem Geschmack und nicht mit ihrer Qualität zu tun. Beim Gesang kann ich leider nicht so diplomatisch sein. Denn vor allem für die Heftigkeit, welche die Skandinavier hier an den Tag legen, finde ich den Gesang ziemlich lahm und wenig beeindruckend. Manchmal ist das eher ein aufgeregtes Sprechen, aber kein fieses Gebrüll - das habe ich mir in der Tat anders vorgestellt. Dafür gefallen mir dann aber die immer mal wieder eingestreuten Akustikgitarren, die dem Album an den Stellen dann noch eine ganz andere Ebene verleihen. Auf der anderen Seite können aber auch leider solche Parts nichts daran ändern, dass die Herren in Sachen Songwriting jetzt nicht unbedingt die größten Abenteurer sind. Direkt beim Albumopener erahnt man bereits, dass hier gerne mal auf Wiederholung gesetzt wird - was mich ehrlich gesagt schnell langweilt. Und wenn man jetzt noch die nicht wirklich überraschenden Harmonien dazu nimmt...

Bei "The Invocation Of Demise" handelt es sich übrigens um den Rerelease ihres Debütalbums, welches eigentlich 2007 erschienen ist und jetzt via Metalblade noch mal eine Wiedergeburt erleben darf (an einem neuen Album wird nämlich schon fleißig gearbeitet). Mir fällt es schwer, ein wirkliches Urteil zu fällen, da mir Vergleiche fehlen. Aber nur mit Geknüppel alleine ist nun mal auch nicht getan und die Punkte Gesang und Songwriting liegen mir einfach so schwer im Magen, dass mich die ganze Brutalität des Albums leider nicht zu mehr als fünf Punkten führt. Zwischendurch gibt es ja immer wieder packende Momente - dafür aber eben auch eine Menge Niemandsland.