Cthonic - Mirror Of Retribution



Stil (Spielzeit): Black Metal (50:58)
Label/Vertrieb (VÖ): Spinefarm/Soulfood (21.08.09)
Bewertung: 8/10
Link: http:// www.myspace.com/chthonictw
CTHONIC sind eine im wahrsten Sinne des Wortes grenzensprengende, an vielen Fronten aktive und exotische Band. 1995 gegründet, haben es die Musiker aus Taiwan als erste asiatische Metalband geschafft, 2007 beim renommierten Ozzfest zu spielen. Darüber hinaus waren sie im Juli die einzige Metalband auf einem Free Tibet-Konzert und haben schon 2003 an der Organisation der Free Tibet-Veranstaltung in Taipeh mitgeholfen (Frontmann Freddy Lim hat den Dalai Lama sogar persönlich getroffen). Bassistin Doris Yeh hingegen hat bereits für das FHM-Magazin posiert. Wie gesagt: CTHONIC toben sich an vielen Fronten aus.

All das soll aber nicht von der musikalischen Klasse der Taiwanesen ablenken. Aus einem Land, das sich auf der Metal-Landkarte naturgemäß sehr rar macht, erreicht uns via Spinefarm auch in Europa der von ANTHRAX-Mitglied Rob Caggiano produzierte symphonische Black Metal. Und der ist richtig gut, auch wenn er mitunter an CRADLE OF FILTH und DIMMU BORGIR erinnert. CTHONIC drücken das Gaspedal fast die gesamte Albumlänge hindurch fest auf den Boden und riffen sich in Ekstase. Freddy Lim hat für einen extremen Metal-Shouter ein sehr variables Organ, und die Keyboards sorgen für die symphonische, orchestrale Ausrichtung der ansonsten knüppelharten Songs, die aber mit einigen wunderbaren Melodien gesegnet sind. Für ganz besondere Farbtupfer sorgt der Einsatz der Hena, einer zweisaitigen, taiwanesischen Violine. Die aus Fernost-Filmen bekannten, leicht weinerlichen Sounds dieses Instruments unterstreichen den Exotenstatus und die Unkonventionalität von CTHONIC.

In Taiwan gelten CTHONIC als Superstars. Bei Songs wie „Blooming Blades" (was für ein Ohrwurm!), „Hearts Condemned", „The Aroused", „Rise Of The Shadows" oder dem melancholischen, rein instrumentalen Zwischenstück „1947" ist das auch kein Wunder, denn der fernöstliche, symphonische Black Metal klingt astrein und gut produziert. „Mirror Of Retribution" ist ein echter Leckerbissen!

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