Dod Aernst - Where The Last Laughter Died (EP)




Stil (Spielzeit): Progressive Death Metal (37:56)
Label/Vertrieb (VÖ): Eigenregie (Mai 2007)
Bewertung: 5,5/10
Link: http://www.dod-aernst.de

Einst – also vor ungefähr vier Jahren – leben zwei junge Männer in dem Teil eines Freistaates namens Oberfranken. Adrian Conrad und Matthias Kugler sind ihre Namen. Sie besitzen beide die Macht über sechs Saiten und ihre Stimmbänder. Zusammen sind sie BEAUTY OF DEATH. Als sie nun so als Coverband existieren, überkommt sie die Kreativität und sie benennen sich um in DOD AERNST. Seit knapp zwei Jahren bestehen sie in der aktuellen Besetzung eines Quartetts und zeigen uns heute ihr erstes Werk „Where The Last Laughter Died“. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann musizieren sie noch heute.
Also, hören wir mal rein.

Mit dunklem Grollen ziehen zu Beginn „Dark Forgotten Winterstorms“ übers Land. Dann geht’s los. Schöne Riffs, flotte Fell-Prügelei, tiefe Growls, man findet fast alles, was man unter Death Metal versteht. Zwischendrin darf auch mal in gemäßigtem Tempo gegroovt werden. Wenn in Teil drei der Todesmelodien „Burning Creatures Of Flaming Death“ die Erde bevölkern wollen, lassen sie sich dabei über acht Minuten Zeit. Mitten im Kampfgeschrei brennen die Finger der Saitenfraktion und des Fellbearbeiters. Es sind gute Ideen verarbeitet, aber die Soli klingen, als ob der Saitenhexer nicht weiß, welchen Weg er einschlagen soll. Soll er lieber ein abgedrehtes SLAYER-Stückchen runterschreddern oder doch nette Harmonien kredenzen, die teilweise schon fast nach klassischer Musik klingen? Aber bitte nicht beides durcheinander!
Leider muss die EP auch der Privat-Aufnahme Tribut zollen, denn ich muss sagen, die Power kommt zum Beispiel aufgrund einer kraftlosen Basedrum der Schießbude nicht rüber. Auch Eigenregie-bedingt ist dann vermutlich, dass bei sehr schnellen Passagen ein relativ einheitliches Gemisch zu hören ist.
Nichtsdestotrotz haben die Jungs fürs Erste ganz ordentlichen progressiven Death Metal auf ihren kleinen Silberling gepresst. Und eine EP mit solcher Spielzeit ist bei manch anderem schon ein reguläres Album.

Es mag meine persönliche Meinung sein, aber ich möchte doch bemerken, dass der Name DOD AERNST als erstes bei mir die Assoziation eines Kleinkindes geweckt hat, das die Wörter noch nicht richtig aussprechen kann. Auch wenn der alte Name klischeehaft klingt, ich finde ihn besser. Aber genug zu meinen Namensansichten.

Musikalisch bieten DOD AERNST rauen Death Metal, der nicht durchgehend brutal die Schädeldecke weghebelt, sondern ab und zu etwas neues bringt, ohne die Sache zu kompliziert zu machen. Die Jungs aus Südostdeutschland haben was von THE CROWN, sind aber noch nicht so weit, was nicht nur an dem Erstlings-Sound liegt.

P.S.: Die Scheibe ist über die Homepage für 10,- Euro plus Porto erwerbbar.

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