Paths Of Possession - The End Of The Hour




Stil (Spielzeit): Melodic Death Metal (47:56)
Label/Vertrieb (VÖ): Metal Blade (19.10.07)
Bewertung: 7/10
Link: http://www.pathsofpossession.com

In PATHS OF POSSESSION vereint sich Neues mit Altbekanntem.
Als Gründungsmitglied vor acht Jahren (mittlerweile Ehemaliger) wäre Ex-MORBID ANGEL-Gitarrero Richard Brunelle zu nennen. Ein weiteres bekanntes Gesicht ist George Fisher, auch unter dem Pseudonym „Corpsegrinder“ bekannt. Nach selbst produzierten CDs, legen PATHS OF POSSESSION mit „The End Of The Hour“ ihr zweites Album bei Metal Blade nach.

Die Scheibe ist laut Info ein Konzeptalbum. Es geht inhaltlich um den „surrealen Horror“, den man in Bezug auf Leben und Tod in einem Krieg mitbekommt. Hier schmettert also Herr Fisher keine Splatter-Texte ins Mikro, sondern darf sich mit der Psyche und dem Bewusstsein eines Menschen auseinandersetzen, der über das Leben und den Tod anderer Menschen entscheiden kann.

Musikalisch bewegen sich PATHS OF POSSESSION nicht in ganz solch extremen Gefilden wie MORBID ANGEL oder CANNIBAL CORPSE. Es ist eher melodischer Death Metal mit schwedischen Einflüssen und eindeutig klassischen Heavy Metal-Parts. Wenn ich mich nicht stark täusche, versteht man den Corpsegrinder auch deutlich besser, als in seiner Hauptband. Das liegt vielleicht daran, dass er öfter auch „höheres“ Shouting einsetzt als seine tiefen Growls, die aber natürlich auch nicht fehlen dürfen.

Druckvoll geht es los, doch schon gleich zu Beginn merkt man an hübschen, kleinen Doppel-Gitarren-Läufen, dass da ein Fünckchen des traditionellen Heavy Metal drinsteckt. Mit groovenden Riffs und der markanten Stimme des Corpsegrinders wird dann die Seite des Death Metal aufgeschlagen. Nach diesem Motto verstehen es PATHS OF POSSESSION, harte Salven aus Todesblei mit melodischen Elementen zu verknüpfen.
Ich finde, dass im Gegensatz zu den schwedischen Melodic-Deathern IN FLAMES der Death Metal hier viel deutlicher zu hören ist. Dies liegt neben den Riffs nicht zuletzt an den Gesangsparts. Mit „Ash Is Falling Rain“ gibt es eine Abrissbirne mit kurzen Verschnaufpausen, so dass die Bewegung der Nackenmuskulatur variabel bleibt. In „I Am Forever“ meint man schon in einem (Power-) Heavy Metal-Song der Achziger gelandet zu sein, doch nach den Eingangsmelodien wird man eines besseren belehrt. Die Trommelfeuerpassagen mit groovigen Rhythmen und traditionellen Harmonien gemixt lassen mich schon fast das Wort „progressiv“ verwenden. Aber keine Angst, allzu kompliziert wird es dann doch nicht!

Auf „The End Of The Hour“ präsentieren die Amerikaner eine gute Mischung aus einer Massaker-Maschine und Erinnerungen an den guten alten – hier neuen – Heavy Metal. Insgesamt mögen sich PATHS OF POSSESSION an schwedischen Truppen orientieren, und doch ist ihr Stil ein eigener. Ein bisschen habe ich einen Song vermisst, der einem durchgehend in die Fresse tritt. Zwar gibt es kurze Baller-Teile, aber eben nur in der Abwechslung. Die Jungs bleiben deshalb ihrem Konzept in jedem Song treu.