Nox Interna - The Seeds Of Disdain

The Seeds_of_Disdain

Stil/Spielzeit:
tanzbarer GothicRock (47:14)
Label/Vertrieb (VÖ): Rimer Rock / Rough Trade (30.09.11)
Bewertung: 5 / 10

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Bereits das Cover sagt mir schon: das wird kein Freudenfest für mich. Und richtig, NOX INTERNA machen recht poppigen Gothic, der von HIM und den SISTERS OF MERCY (naja...) angehaucht sein könnte und vermutlich auch UNHEILIG kennt und stellen mich auf eine harte Probe, an deren Schluss leider wieder eine Band steht, die mich nicht sonderlich für diese Art von Musik begeistern kann. Daher sollten eingefleischte Genrefans sich wohl lieber selber ein Bild machen.

Das Projekt NOX INTERNA ist vor allem ein Mann: Richy Nox, der teils in Spanisch, aber größtenteils in teilweise lustig klingendem Englisch Texte vorträgt („Singen" kann ich das nur an einigen Stellen nennen), die ich nicht grade bombastisch finde. Die Musik ist von ihm im Zusammenhang mit einem Produzententeam entstanden (UNHEILIG) und verbindet rockige Gitarren mit poppigen Klavierarrangements und natürlich viel Atmosphäre. Neben den 12 Eigenkompositionen gibt es noch ein ALPHAVILLE-Cover (welches mir eigentlich auch recht gut gefällt) und fertig ist die Laube.

Während das Debüt von NOX INTERNA noch mehr Bandcharakter besaß, kann man es nun wohl eher als Soloprojekt bezeichnen. Aber das spielt ja eher eine untergeordnete Rolle, da hier auch die Studiomusiker ihr Werk verrichten und glücklicherweise nicht nur alles aus dem Rechner stammt. Über den oft tanzbaren Songs hängen dann noch einige Streicherarrangements und somit ist der Sound recht dick. Schade nur, dass Nox sich nicht noch etwas öfter für wirkliches Singen entscheidet. So schlecht macht er das ja gar nicht. 

Auch wenn seine manchmal auf tief getrimmte Stimme Atmosphäre rüberbringen soll, erinnert mich das eher an eine Bravo-Version von Gothic-Rock. Na, sie waren ja auch schon auf Tour mit CINEMA BIZARRE, was ich persönlich vermutlich eher verschweigen als vorweisen würde. Aber ja, diese Veröffentlichung richtet sich auch nicht an mich, sondern vermutlich eher an ein wesentlich jüngeres Publikum, welches sich am liebsten in Schwarz kleidet. Und für diese Zielgruppe kann „The Seeds Of Disdain" dann vermutlich auch ein paar schöne Hits mit knackigen Refrains ("1984" ist wirklich ziemlich gut geworden!) zwischen traurig, rockig, schmachtend und tanzbar liefern...

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