Fall Of The Leafe - Aerolithe


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Stil (Spielzeit): Gothic-Prog-Rock/Metal (41:22 Minuten)

Label/Vertrieb (VÖ): Firebox / SureShotWorx (20.08.2007)

Bewertung: finnisch solide und ausgewogen (8,5/10)

Link: http://www.falloftheleafe.com
 
Soso, Progmetal aus Finnland? So heißt es zumindest im Promotext, wenn es um die Genrebeschreibung geht.

Nunja. Progmetal kann man der Musik von FALL OF THE LEAFE mit Abstrichen attestieren, wenn man sich am allgemein vorherrschenden, den Progmetal definierenden Klang orientiert, den DREAM THEATER und Konsorten aus den USA über die Jahre geprägt haben, denn bei „Aerolithe“ bleibt das progtypische Gefrickel dezent im Hintergrund. Vielmehr geht das Sechsergespann um Sänger Tuomas Tuominen beim mitllerweile siebten Release finnisch melodisch und melancholisch zu Werke. Will man eine grobe Orientierung bezüglich „Aerolithe“ haben, so möge man sich bitte ENTWINE mit etwas mehr Wumms und „Tounela“ von AMORPHIS ohne Folkanleihen vorstellen. 

 „Aerolithe“ bietet bei einer Spielzeit von knapp 42 Minuten elf Songs, die in ihrer Gesamtheit allesamt gut abgemischt und in sich absolut stimmig sind. Ein dezent wummernder Bass und rhythmisches Drumming, bei dem das eine oder andere Doublebass-Geballer nicht fehlt, werden mit mal sehr melodisch dahintreibenden, mal mit latent aggressiven oder frickeligen Riffs kombiniert. Irgendwo dazwischen breitet dann das Keyboard seine Teppiche aus, und das ohne die anderen Instrumente zu überdecken und einem so den Hörgenuss zu verderben. Über allem dann die, genau wie bei Landsmann Mika Tauriainen von ENTWINE, einprägsame und leicht schneidende Stimme von Sänger Tuomas Tuominen. An die Death-Metal-Wurzeln von FALL OF THE LEAFE erinnern auf „Aerolithe“ lediglich einige dezent aber effektvoll eingesetzte Growls, die einem beispielsweise bei „Look Into Me“ auffallen. Dass FALL OF THE LEAFE aber auch vom Prog-Metal inspiriert sind, merkt man dann bei „Graceful Retreat“.

Fazit: Man sollte sich bei „Aerolithe“ auf keinen Fall auf die Genrebeschreibung verlassen – wenn man annimmt, dass einem ein gewaltiges Prog-Metal-Opus um die Ohrmuscheln gewirbelt wird, wird man schwer enttäuscht werden. Wenn man sich aber auf die Kombination finnischen Metals mit leichten Proganleihen einlässt, dann wird einen dieses Album so schnell nicht mehr los lassen.

Anspieltips: „At A Breath’s Place“, “Graceful Retreat”, “Look Into Me”

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