Hellfire Society - The Angry Army




Stil (Spielzeit): Rock / Goth / Punk (46:32)
Label / Vertrieb (VÖ): Hellfest / Universal (19.06.09)
Bewertung: 3 / 10

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Leider muss den eigenen Ohren nicht immer das gefallen, was bei anderen einen Hochgenuss erwirkt. Und so wie sich der Werdegang der Italiener um Mastermind David Gnozzi liest, scheinen die Herren Schockrocker in Italien bereits gut dabei zu sein und auch weiter weg ihre Fans zu finden. Mir bleibt es aber nach wie vor ein Rätsel.

Man nehme zu gleichen Teilen die Stimmen von KORN und MARYLIN MANSON, mische von letztgenanntem noch die Musik dazu, verrühre das Ganze mit etwas gewollter NINE INCH NAILS Elektronik und versuche das Gesamtprodukt irgendwie auch etwas auf Hardcore zu münzen. So wird Gnozzi zum Beispiel als "Hardcore Mastermind" gepriesen - aber die Musik auf "The Angry Army" klingt so steril und sauber produziert, dass hier beim besten Willen keinerlei Hardcoreattitüde aufblitzen kann. Das Ganze klingt tatsächlich eher nach einem Versuch wie MM zu klingen und dabei vor allem die Rock-Elemente zu bedienen - die „Goth-Elektronik" ist nun wirklich nicht allzu spannend in diesem Kontext.

Aufmerksam auf sich haben sie vor dem Album vor allem durch Cover-Versionen gemacht und auch hier finden sich zwei Stücke aus fremde Feder - z.B: „Bang Bang" von Nancy Sinatra - durch Kill Bill noch mal stark gepusht vor einigen Jahren (hier übrigens in einer mich nicht sonderlich bewegenden Live-Version). Die eigenen Stücke sollen Atmosphäre, eine leichte Madman-Aura und Kraft versprühen - klingen in meinen Ohren aber leider nur nach Wannabe, Bemühung und LAFEE für etwas ältere Teens. Auch die ganze „Düster-Optik" wirkt in meinen Augen relativ albern. Naja, ich muss an dieser Stelle vermutlich auch sagen, dass ich kein großer Gothik-Fan bin - wobei Gothik-Fans hiermit vermutlich auch nichts anfangen können. Auch wenn der ein oder andere Refrain funktioniert, ist das hier absolut nichts für mich - alleine die Produktion ist so dermaßen langweilig glatt ausgefallen, dass „The Angry Army" nun mal einfach auf dem Plattenteller verhungert.

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