Human Zoo - Over The Horizon




Stil (Spielzeit): Hard Rock (47:00)

Label/Vertrieb (VÖ): AOR Heaven / Soulfood Music (28.09.07)

Bewertung: 8,5/10

Link: http://www.humanzoo-music.de 
http://www.myspace/humanzooband

Die Balinger Hard Rocker HUMAN ZOO wurden im Jahre 2004 von Sänger Thomas Seeburger, Drummer Tommy Strobel, Gitarrist Ingolf Engler, sowie Keyboarder Zarko Mestrovic mit dem Vorsatz gegründet, Hard Rock pur zu spielen. 
Im Jahr 2005 komplettierte sich die Band mit Markus Ratheiser am Bass und Boris Matakovic am Saxophone. 

Ihr Debüt „Precious Time“ aus dem Jahr 2006 schlug in der Hard Rock Szene ein wie eine Bombe, und brachte der Band unter anderem den Titel „Newcomer des Jahres 2006“ beim Rock It! Magazine ein. 
Neben eingängigen Hard Rock Nummern, und einer saustarken Produktion, für die damals wie jetzt auch beim aktuellen Album Dennis Ward (PINK CREAM 69) verantwortlich war, sorgte auch der Einsatz des Saxophones für offene Münder, denn dieses Instrument wird in diesem Genre ja nicht wirklich oft eingesetzt. 
Der Spagat funktionierte aber perfekt, auch auf Grund der Tatsache, da die Band nicht versucht, das Saxophon krampfhaft in jedem Song einzusetzen, sondern sich genau die Songs und Passagen aussuchte, wo es einfach vom Gefühl und vom Bauch her auch hingehört. 

Auf „Over The Horizon“ können HUMAN ZOO jetzt noch mal einen draufsetzen, denn die Band klingt einen Tick reifer, ohne dabei aber ihre Frische zu verlieren. Ambitionierter klingt auch die Stimme von Thomas Seeburger, der zwar auf „Precious Time“ schon megastark gesungen hat, mit „Over The Horizon“ aber endgültig in die obere Liga der deutschen Hard Rock und Metal Shouter aufgestiegen ist. Nach dem Intro „Cosmopolitan Scene Part II“ legen die Balinger direkt mit „Cryin’“, einem bassorientierten, soliden Hard Rocker vor, bei dem Thomas Seeburger direkt alle Register seiner sehr variablen Stimme ziehen kann. 
Der Titeltrack „Over The Horizon“ hat einen sehr stampfenden Rhythmus und brilliert am Anfang mit einem sehr schönen, zweistimmigen Gitarrenintro. Der Refrain hat dann erheblichen Ohrwurmcharakter. 
„Communicate“ rockt dann wieder einfach nur mit einer sehr schönen Melodielinie gerade heraus, und klingt von den Gitarren her ein bisschen nach PC69. Zusätzlich spielt Ingolf Engler hier ein megastarkes Gitarrensolo. 

Treibende Beats beschert einem dann wieder „Want It“, bei dem auch das Sax zum ersten mal so richtig zum Einsatz kommt. Es folgt die obligatorische Ballade mit dem Titel „Be The One“, begleitet von Pianoklängen kann besonders Thomas mal wieder richtig mit seiner unglaublich gefühlvollen Stimme brillieren. Aber auch das Sax Solo von Boris passt unglaublich tut zur Stimmung, die der Song verbreitet. 
„Rock The Town“ tut dann das, was der Titel verspricht: Rocken. Dieser Song gehört auf alle Fälle in die Live Setlist, und würde sich besonders gut als Opener eigenen. „Interlude Creatures Theme I“ dient als kurze Einleitung für „Creatures Of The Night“, wobei es sich hier zum Glück nicht um ein KISS Cover handelt. Bei diesem Song zeigen HUMAN ZOO, dass man einen guten, und relativ harten Song durchaus mit Saxophon Klängen durchziehen kann. 

„Hit The Rock“ haut in dieselbe Kerbe, dominiert von einem ziemlich mächtigen Gitarrenriff und vorangetrieben von einem sehr stampfenden Beat. „Lovin’ You“ ist zwar nicht direkt eine Ballade, aber trotzdem ein Liebeslied. Akustische Gitarren stehen hier im Vordergrund, und Boris Matakovic haut hier ein ziemlich cooles Saxophon Solo raus. 
Den Abschluss bildet „Endless Road“, auch ein ruhiger Song mit schöner Melodie und Streichern im Hintergrund. Wieder ein Song, der genau für Thomas Seeburgers Stimme geschrieben wurde. 

Fazit: HUMAN ZOO legen im Vergleich zum Debüt noch mal einen Zacken zu, was alleine schon sehr bemerkenswert ist, da „Precious Time“ schon ein Hammeralbum war. 
Es wäre der Band zu wünsche, wenn sie mit diesem Album den richtig großen Durchbruch schaffen würden. „Over The Horizon“ ist ein intelligentes Hard Rock Album, dass von Hart bis Zart wirklich alles abdeckt, und vor Energie nur so strotzt. Respekt.