Freitag, 19 Dezember 2025 10:57

Bad Loverz - Greatest Hits

Bad Loverz - Greatest Hits
    Coverversionen im Sleaze-Rock-Gewand

    Label: Prometheus Records
    VÖ: 10.10.2025
    Bewertung:keine

    BAD LOVERZ im Web


Dass gestandene Musiker sich dazu entschließen, so zu tun, als wären sie eine unfassbar erfolgreiche Sleaze-Rock-Kapelle aus den Achtzigern (Grüße gehen raus an STEEL PANTHER), ist nichts Neues. Dass eine komplette Band ein solches Alter Ego erschafft und mit sich selbst als Support auf Tour geht (!), ist schon außergewöhnlicher. Genau das macht die deutsche Mittelalter-Metal-Kapelle SALTATIO MORTIS mit BAD LOVERZ.

Woher das sowieso nicht gerade untätige Sextett die Motivation und Zeit nimmt, noch ein sleaziges Nebenprojekt zu starten und mit "Greatest Hits" (Understatement pur!) ein erstes Album in LP-Länge aufzunehmen? Ich habe keinen Schimmer. Wen juckt das schon, wenn das Ergebnis passt? Im klassischen Rock-Line-up samt "Thundersack" (Alter!) und Hurdy-Gurdy erweitert, machen BAD LOVERZ weder Halt vor den Achtzigern noch Neunzigern noch Zweitausendern.

Die Interpretationen rockiger Vorlagen wie "Livin' On A Prayer" von BON JOVI, "Song 2" (BLUR) oder TWISTED SISTERs "We're Not Gonna Take It" bleiben erwartungsgemäß nah am Original, klingen aber immerhin schön satt. Weiter aus dem Fenster lehnen sich BAD LOVERZ mit dem mutig umgesetzten "The Look" von ROXETTE, dem (in dieser FOrm sogar hörbaren) Robbie-Williams-Gassenhauer "Angels" oder "Hangover" von Taio Cruz, das hier zur metallischen Säuferhymne mutiert.

Ziemlich abgepfiffen ist das Cover der Britney-Spears-Hitsingle "... Baby One More Time", das BAD LOVERZ völlig ungeniert mit SURVIVORs "Eye Of The Tiger" verknödeln. Das Mashup ist so Banane, dass man vor so viel kreativem Freigeist definitiv seinen Zylinder, äh, Hut ziehen muss. Noch unverschämter wird's bei Rick Astleys "Never Gonna Give You Up", das wie selbstverständlich mit einem "Smells Like Teen Spirit"-Zitat beginnt. Selbst der NDW-Hit "Major Tom" - eigentlich eine Nummer, die man sich im Original absolut nicht mehr geben kann - funktioniert in der BAD-LOVERZ-Intonation überraschend gut.Und wie bitteschön kommt man auf die absurde Idee, das Theme aus "Pokemon" in ein Sleaze-Rock-Gewand zu stecken?!

"Greatest Hits" ist trashig-sleaziger Party Metal in einer völlig kruden Zusammenstellung - und funktioniert auf bierseligen Konzerten und mit bekannten Melodien als Anheizer vermutlich genau deshalb. SALTATIO MORTIS sind ein im positivsten Sinne völlig behämmerter und sympathischer Haufen. Cheers!

"Greatest Hits" Trackliste:

1. Livin’ on a Prayer
2. Song 2
3. … Baby One More Time
4. Never Gonna Give You Up
5. Angels
6. We’re Not Gonna Take It
7. Hangover
8. The Look
9. Major Tom
10. Pokemon
11. Pokemon (German Version)
12. Major Tom (German Version)

BAD LOVERZ Line-up:

Venice Steel - vocals
Tasty T. - guitars
Raindrop Lee - bass
Maverick Boom - drums
Malcolm Silver - thundersack, saxophone
Liberty Child - hurdy-gurdy

Chrischi

Musik ist immer da. Sie ist ein Geschenk und wird nie vergehen. Sie ist Seelentröster, Stimmungsmacher, Runterbringer, Frustbewältigung, Freiheit und Gefühl. Und weil sie oft genug so unfassbar geil ist, sollten wir drüber reden. 

Stile: Metal und (Hard) Rock in allen möglichen Facetten – von knüppelhart über symphonisch bis vertrackt und balladesk.

Bands: Metallica, Iron Maiden, Bruce Dickinson, Blind Guardian, Avantasia, Helloween, Nightwish, Ayreon, Dream Theater, Lorna Shore, Wintersun, Opeth, Foo Fighters, Pearl Jam, Linkin Park, Motörhead, AC/DC, Rammstein, Armored Saint, Night Demon, Hans Zimmer und so verflucht viele mehr ...

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