FATAL VISION drücken versiert die richtigen Knöpfe, um die Aufmerksamkeit von AOR-Fans zu erregen. Auf der Langstrecke ist "Four Sides To Every Story" aber leider arg anstrengend. Zum Einen: Das Album umfasst 14 Songs, hat eine Länge von einer Stunde und 16 Minuten und beweist damit: Alben können zu lang sein.
Zum Anderen: man muss schon ein ausgemachtes Schleckermäulchen sein, um die Ladung klebrigen Kitsches verdauen und genießen zu können, die hier ausgekübelt wird. Sich in diesem Genre über platte Emotionen zu beklagen, mag naiv klingen, aber dass man es hart übertreiben kann - auch das beweisen FATAL VISION hier. Man muss schon richtig, richtig Bock haben auf Balladen und inbrünstig geträllerte Duette zwischen Mann und Frau. Aber so richtig, richtig, richtig Bock. Vom Kaliber eines "Every Time I Think Of You" gibt es einige auf der Platte. Da rücken die rockigen Stücke, die deutlich mehr Spaß machen, leider in den Hintergrund.
Und dann noch der Sänger. Klar: Die oben genannten Referenzen hatten ebenfalls Kitsch galore an Bord, aber eben auch überragende Leute am Mikro. Der hier ist zwar nicht schlecht, aber alles andere als überragend - seine Stimme will einfach nicht so recht passen zu dieser Musik.
Bleibt ein zweischneidiges Fazit - an sich sind FATAL VISION gut in dem, was sie machen. "Four Sides To Every Story" krankt aber an so massiven Defiziten, dass keine ehrliche Empfehlung drin ist.
