Dienstag, 01 September 2026 18:14

Kickin Valentina – Anthems From The Underground

Kickin Valentina – Anthems From The Underground
    Hard Rock

    Label: Mighty Music
    VÖ: 28.08.2026
    Bewertung:7/10

    Bandpage


KICKIN VALENTINA stammen aus Atlanta, sind seit 2013 am Start und haben sich laut eigener Aussage nach einer europäischen Porno-Actrice benannt, von der Mann sich mit Anlauf in die Weichteile treten lassen konnte (Himmel hilf!). Klingt für mich eher abtörnend, macht aber ziemlich klar, wohin der Hase läuft. KICKIN VALENTINA spielen rotzig-sleazigen Oldschool-Hardrock mit leichter Asi-Kante, der nach Whiskey und Kippen riecht.

Darüber hinaus hat sich die Band während der vergangenen Jahre den Ruf eines hervorragenden Live-Acts erspielt, bei dem so richtig die Bude brennt. Kann ich mir auch gut vorstellen, denn offenkundig ist die Truppe auf allen Positionen gut besetzt und hat zudem mit J.D. Revelle einen Mann am Mikro, der sämtliche Rock´N´Roll-Facetten im Schlaf beherrscht.

KICKIN VALENTINA
KICKIN VALENTINA (Pic: Promo)

Den Traum, irgendwann weltweit Stadien zu füllen, haben sich KICKIN VALENTINA allerdings längst in die Haare geschmiert, wie schon der Titel der neuen Scheibe besagt.

I thought we should embrace the fact that we were an underground band and pay tribute to fans that support underground music. After kicking around a few ideas back and forth, "Anthems From The Underground" was born.

— Chris Taylor (Bass)
Das Doppel „Generation Time Bomb“ und „Dance Of Destruction“ legt sehr ordentlich, aber noch nicht unbedingt zwingend los. Besser gefällt mir da schon die erste Single „Rock’N’Roll Casualty“, die ziemlich repräsentativ für das Gros der Songs auf diesem Album steht.
KICKIN VALENTINA - Rock’N’Roll Casualty (Official Music Video)

In den Strophen und bei den Soli werden alle Register des breitbeinigen Chicks’N’Beer-80er-Hardrock gezogen, bei den Refrains allerdings fehlt leider der Schuss Genialität, der einen guten Song zu einem hervorragenden machen könnte.

Am Ehesten stechen auf der Scheibe der mit leichtem Punkrock-Feeling versehene Sommer-Ohrwurm „Don’t Be Mad“ und das abschließende „Just Like A Movie“ heraus. Ansonsten bewegt sich für mich alles zu sehr im ähnlichen Tempo und Stil.

KICKIN VALENTINA - Don´t Be Mad (Official Lyric Video)

„Anthems From The Underground“ ist kein Album für die Ewigkeit, aber dennoch gute Genre-Kost, die Laune macht und von allen Sleaze-Liebhabern angetestet werden sollte, denen die ollen Kamellen von GUNS N´ROSES und Konsorten zum Hals raushängen und die ein verrauchtes Club-Konzert jeder überteuerten Stadion-Bombast-Show vorziehen.

Ist daher bestimmt nicht die schlechteste Idee, sich einen Abstecher zur aktuellen Europa-Tour von KICKIN VALENTINA zu gönnen, denn live funzt das Ganze hundertprozentig nochmal anders. Die kommenden Dates findet Ihr unten.

KICKIN VALENTINA Line-up:
D.K. Revelle - vocals
Heber Pampillon - guitar
Chris Taylor - bass
Jimmy Berdine – drums

„Anthems From The Underground“ Tracklist:
1. Generation Time Bomb
2. Dance Of Destruction
3. Rock’N’Roll Casualty
4. Don’t Be Mad
5. Silver Moon
6. Dog Fight
7. Good Time Bad Guys
8. Overdose On Cloud 9
9. Bulletproof Sound
10. Just Like A Movie

„Anthems From The Underground“ 2026 Europe tour:
02.09. The Louisiana – Bristol, England
03.09. Yardbirds – Grimsby, England
04.09. The Waterloo – Blackpool, England
05.09. HRH Sleaze – Sheffield, England
06.09. Brickmakers – Norwich, England
09.09. Cart & Horses – London, England
11.09. Cadillac – Oldenburg, Germany
12.09. Rock N Revel Fest – Altenbergen, Germany
13.09. Raismes Fest – Raismes, France
16.09. Sakrema Rock Club – Pforzheim, Germany
17.09. Lemmy’s Bar – Bad Friedrichshall, Germany
18.09. Met-Bar – Lenzburg, Switzerland
19.09. Sugar Shack – München, Germany

Marcus

Als Kind geprägt durch die umfangreiche Plattensammlung meines Vaters, in der von BAP bis Motörhead alles vertreten war, sowie eine dauerhafte Infektion mit dem Kiss-Virus (seit 1979 nicht mehr abgeklungen), entwickelte sich äußerst früh meine Begeisterung für Rock, Hardrock, Metal und Konzerte. Und abgesehen von Paul Stanley und Co. gilt in meinem Fall: Je kleiner, desto feiner! Diese unglaubliche Energie, die ein Clubgig entfachen kann, ist für mich mit nichts zu vergleichen. Insofern ist es gar nicht hoch genug zu bewerten, dass es auch nach Corona und trotz bedenklicher Preisentwicklungen kleine Veranstalter und Locations gibt, die mit Herzblut dafür kämpfen, auch unbekannteren Künstlern eine Bühne zu bieten – das ist keine Selbstverständlichkeit! Daher: Support your local clubs and bands!

Top 5 Studioalben

Nestor - Teenage Rebel (2024)
Dark Tranquillity - Haven (2000)
Helloween - Keeper Of The 7 Keys, Part I (1987) 
Savatage - Streets / A Rock Opera (1991) 
Fifth Angel - Fifth Angel (1986)

Top 5 Livealben

Kiss - Alive II (1977)
Blind Guardian - Tokyo Tales (1993)
Stratovarius - Visions Of Europe (1998)
Iron Maiden - Rock In Rio (2002)
Judas Priest - Unleashed In The East (1979)

Top 5 Konzerte

Kiss + Iron Maiden (Kassel 1980)
Helloween + Overkill (Fulda 1987)
Nestor (Memmingen 2024)
Savatage (München 1996) 
Tailgunner (Selb 2024)

Rückmeldungen und Fragen sehr gerne per Instagram @bendelmarcus oder per Mail an marcus@burnyourears.de

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