Desilence - Wreck The Silence




Stil (Spielzeit): Thrash Metal (50:34)
Label/Vertrieb (VÖ): Twilight (22.08.08)
Bewertung: 7,5/10
Link: http://www.desilence.de

Lust, mal wieder so richtig abzuthrashen, ohne betont auf böse getrimmte Growls oder Screams, ohne altertümliches Gerumpel, einfach mitten in die Fresse? Dann seid ihr bei „Wreck The Silence“, dem Debüt der Deutschen DESILENCE (Bassist Thomas Neitsch spielt übrigens auch bei HOLY MOSES, Drummer Andreas Jechow bei DEW-SENTED), bei genau der richtigen Adresse gelandet. Die Band vereint gekonnt die oldschoolige und modernere Ausrichtung und legt mit den zwölf Songs (plus einem Cover) ihres Debüts die Messlatte für weitere Band-Veröffentlichungen ziemlich hoch.

Der Opener „I Am You Will“ ist direkt ein Schlag ins Gesicht, dem weitere Nackenbrecher folgen, die zwischendurch auch mal ein wenig ruhiger klingen, hauptsächlich aber straight nach vorne bollern, ohne allerdings planlos oder verworren zu klingen – obwohl die Musiker technisch einiges drauf haben. Songs wie das abwechslungsreiche „Initiation“ sollten jeden Thrash-Liebhaber von der Qualität der Band überzeugen, und auch der Klang des Debüts (dem ein auf 1000 Exemplare limitiertes und schon ausverkauftes Demo namens „Antisilent“ vorausging) kann sich definitiv hören lassen und präsentiert den Sound des Fünfers entsprechend wuchtig.
Ein klarer Pluspunkt stellt der Gesang von Hagen Hirschmann dar, der stellenweise an David Drainman (DISTURBED) erinnert und immer schön aggressiv singt, dabei aber nie zu brüllen anfängt.

Bis jetzt nur positives – warum aber doch „nur“ 7,5 Punkte? Zum einen, weil trotz der Qualität der meisten Songs noch Luft nach oben ist und auch wenige nicht ganz so gute Nummern auf dem Album gelandet sind, zum anderen wegen des GENESIS-Covers „Land Of Confusion“. Das haben im etwas extremeren Bereich IN FLAMES schon deutlich besser und nahezu perfekt umgesetzt, und auf traditioneller Ebene haben DISTURBED vorgemacht, wie man einen solchen Song originalgetreu und mit Wucht präsentieren kann. Vor allem der Mittelteil stört mich in der DESILENCE-Version, aber hey – ist ja eigentlich auch nur ein Cover, gelle? Trotzdem muss man sich mit den anderen Interpreten messen lassen, und da ziehen die Deutschen klar den Kürzeren.

Whatever, mit ihrem Debüt „Wreck The Silence“ haben DESILENCE einen starken Einstieg eingeholzt, der einen Geheimtipp für Thrash-Fans darstellt. Wenn die Band so weitermacht und die etwas schwächeren Songs dieses Albums gegen Hochkaräter austauschen kann, steht einem absoluten Volltreffer nichts mehr im Wege!