Sonntag, 14 Dezember 2025 17:42

Outburst - Devouring The Masses Tipp

Outburst - Devouring The Masses
    Thrash Metal

    Label: Violent Creek Records
    VÖ: 7. März 2025
    Bewertung:8/10

    Outburst im Web


OUTBURST beziehen sich auf eine Zeit, als Thrash noch Speed und Metal noch gefährlich war. Mit "Devouring The Masses" haben die Jungs aus Flensburg dieses Jahr ihr Debütalbum veröffentlicht. Mehr 80er geht nicht – allein das liebevoll unperfekte Coverartwork zeigt, in welcher Zeitrechnung die Band unterwegs ist. Hier wird definitiv noch mit D-Mark bezahlt!

Zuerst mal zum Sänger, oder besser: "Sänger". Denn – kann der Mensch singen? Klares Nein. Sind die Vocals gerade deshalb cool? Klares Ja!! Er pöbelt sich durch Shouts, spitze Screams, gelegentliche Noten und rüpelhaftes Gebrüll, dass es eine Freude ist.

Diese Einfach-mal-machen-Attitüde erinnert in ihrer Radikalität an die Debüts von OVERKILL und vor allem EXODUS. In diesem Bereich bewegt sich auch die Instrumentenfraktion, die sich überwiegend pfeilschnell und stabil durch die Inspirationen pflügt – neben Thrash-Veteranen wie die oben genannten sind das mutmaßlich auch Wegbereiter wie EXCITER, zumindest haben auch OUTBURST Reste von Rock 'n' Roll in ihrem Sound. Was Riffs und Soli angeht, ist "Devouring The Masses" Sahne. Es treffen sich also kultiger Wahnsinn und gepflegte Instrumentenkenntnis.

Auch live sind OUTBURST übrigens ein Erlebnis – als ich die mir bis dato unbekannte Band kürzlich in Lübeck gesehen habe, wirkte der Sänger im positivsten Sinne angetrunken und asi und wütete über die Bühne, der Style der Band ist mit kaputten SODOM-Shirts und ranzigen Kutten hinreichend beschrieben. Auch wenn man die Songs nicht kennt, ist man schnell mit geballter Faust am Mitgrölen: "Warfare!", "Push The Button!" – das geht so gut rein wie ne Bügelflasche Flens.

"Devouring The Masses" bewegt sich also irgendwo zwischen gutem Oldschool-Thrash, Kult und räudigem Hund, eine Wertung ist abhängig davon, wie viel Räudigkeit man in seinem Thrash Metal vertragen kann und will. Ich find's erfrischend geil und gebe acht Punkte!

Helge

Death Metal, Thrash Metal, Black Metal: immer gerne. Kann ich den ganzen Tag hören. Die störrische Art, unpolitisch sein zu wollen, nervt mich aber an der Metalszene – dabei ist doch alles politisch, auch Schweigen. Für Musik mit Haltung zieht es mich immer wieder zum Punk, vor allem zu melodischem US-Punk und Riot-Grrrl-Sound. Gleichzeitig habe ich einen sweet spot für 80er-Hair-Metal und für vieles, was mich in den 90ern musikalisch sozialisiert hat.

Bands

Amorphis, Amyl And The Sniffers, Bad Religion, Brutus, Cinderella, Dool, Entombed, Gggolddd, Gorefest, Grave, Guns n' Roses, Hail Spirit Noir, Iron Maiden, King Buffalo, Megadeth, Mötley Crüe, My Dying Bride, Obituary, Prong, Sodom, Solbrud, Spectral Wound, The Great Old Ones, Valborg, War On Women, White Ward, ZZ Top, ...

Prägende Alben

AC/DC - Let There Be Rock
Aerosmith - live! Bootleg
Amorphis - Tales From The Thousand Lakes
Bad Religion - Suffer
Benediction - Transcend The Rubicon
Bruce Springsteen - Nebraska
Death - The Sound Of Perseverance
Don Dokken - Up From The Ashes
Eloy - Inside
Genesis - Trespass
Grave - You'll Never See
Guns n' Roses - Use Your Illusion I & II
Kyuss - Welcome To Sky Valley
Megadeth - Rust In Peace
My Dying Bride - The Angel And The Dark River
Ramones - Loco live
Sepultura - Arise
Sodom - Agent Orange
Tankard - Two-faced
Tool - Aenima
...

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