Prayers Of Sanity - Face Of The Unknown

Prayers Of Sanity - Face Of The Unknown
    Thrashmetal

    Label: Rastilho Records
    VÖ: 21.04.17
    Bewertung:7/10

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PRAYERS OF SANITY – vermutlich heißen die Jungs aus Portugal so, weil hier ein wenig Wahnsinnn in den Thrashmetal mit verwoben wurde. Wobei – wenn man genau hinhört, bekommt man schon ihre Rezepte mit. Dennoch hat das dritte Album dieses Trios wirklich jede Menge gute Seiten an sich und macht jedes Mal aufs Neue Spaß.

Vorweg meine Kritik: Ab und zu ist das Songwriting halt schon ein wenig copy-und-paste-mäßig angelegt. Zwar mangelt es ihnen absolut nicht an verschiedenen Riffs, aber manchmal werden sie einfach hintereinander geschaltet, obwohl man sie vielleicht noch etwas flüssiger ineinander hätte überleiten können. Aber dafür passiert in den meisten Songs so viel, dass man dies getrost übersehen kann. Naja … und der Basssound nervt mich manchmal. Ab und zu klingt er so hoch und „pingig", dass man ihn dann über der Gitarre immer etwas unangenehm heraushört. Und auch wenn PRAYERS OF SANITY nicht so böse wie HAVOK und nicht so wahnsinnig wie MUNICIPAL WASTE oder IRON REAGON sind, haben sie mit „Face Of The Unknown“ doch ein mehr als stimmiges Album vorgelegt.

Die Songs sind schnell – ab und zu taucht sogar ein "Uralte METALLICA"-Feeling auf – der Gesang verständlich und die Riffs wechseln sich schnell ab, während das Schlagzeug nicht nur einfach hinterherkommt, sondern eigentlich immer in Bewegung ist. Knapp zur Hälfte des Album gibt es einen fast komplett cleanen Instrumentalsong mit dickem Solo, der das Album davor bewahrt, zu eintönig zu werden – denn PRAYERS OF SANITY bleiben ihrem Stil hier 35 Minuten lang schon ziemlich treu.

Aber ich vermute, genau das wollen die Portugiesen auch erreichen. Denn ihr drittes Album hat schon einen ziemlichen Oldschool-Touch. Also absolut geeignet, um kuttentragend Bierdosen auf der Stirn zu zerdrücken. Vor allem die Geschwindigkeit im Riffing gepaart mit ihrem Melodieverständnis machen hier ungeheuren Spaß. Dafür, dass ich nicht unbedingt verifizierter Thrash-Liebhaber bin, haben mich POS hiermit ganz gut dranbekommen!