Exmortus - Legions Of The Undead

Exmortus - Legions Of The Undead

Die L.A.-Band EXMORTUS hat zu Halloween eine ganz besondere Idee verwirklicht: Die EP „Legions Of The Undead“ enthält neben zwei Eigenkompositionen drei Stücke, in denen sie die Themen bekannter Horrorschinken im EXMORTUS-Sound umgesetzt haben. Ob’s geklappt hat, wollt ihr wissen?

Nun ja. Die Idee ist grundsätzlich cool und die Auswahl der Songs zeugt von Geschmack: Die Titel „Beetlejuice“ und „Psycho Theme“ tragen die Filmklassiker bereits im Namen. Das abschließende „Night On Bald Mountain“, im Original von Mussorgsky komponiert, taucht sowohl in einigen Disneyfilmen als auch in der 2000er-Dracula-Verfilmung von Wes Craven auf. Welcher Film EXMORTUS Lust auf das Stück gemacht hat, verraten sie nicht …

Die Coversongs passen zum Shredding-Stil von EXMORTUS

Der Stil der Band passt zu den orchestralen Stücken, denn EXMORTUS sind irgendwo zwischen Thrash, Death und Heavy Metal unterwegs und fallen vor allem durch fingerfertiges Saitengeflitze auf – hier wird schon immer gern geshreddet. Kurze Songs mit komplizierten Läufen kommen den Jungs also entgegen.

Horrorthemes ohne Horroratmosphäre

Wenn man nicht gerade als Filmfan die Originale mitpfeifen kann, bleibt allerdings bei den drei instrumentalen Adaptionen nicht viel mehr übrig als technisches Gefiedel. Irgendeine Form von Horroratmosphäre geht den EXMORTUS-Versionen völlig ab. Das fällt vor allem bei dem sehr bekannten und aus nur wenigen eingängigen Tönen bestehenden „Psycho-Theme“ auf. Die beklemmende Atmo wird hier einfach weggeniedelt.

Ein fixer Thrash-Banger als Highlight der EP

Die beiden Neu-Kompositionen fügen sich grundsätzlich gut in den Shred-Thrash-Stil der Instrumentalstücke ein, nur dass hier der Shouter unter Beweis stellen kann, dass es bessere Stimmen gibt als seine. Der Titeltrack hat mit seinem galoppierenden Rhythmus ein wenig klassischen Metal-Flavour, während das folgende „Swallow Your Soul“ ein fixer Thrash-Banger mit Death-Metal-Sprengseln ist. Das einzige Stück, das eher auf Songwriting als auf Griffbrett-Akrobatik setzt, ist mein persönliches Highlight dieser EP.

„Legions Of The Undead“: Witzige Idee, aber …

„Legions Of The Undead“ ist 'ne witzige Idee, klingt aber unausgegoren. Erstens: Horrorfilmmusik ohne Horrorfeeling macht für meine Ohren wenig Sinn. Zweitens: Durch die Abfolge zweier herkömmlicher EXMORTUS-Stücke und dreier Instrumentals kann die EP keinen nachvollziehbaren Flow entwickeln. Drittens: Das ganze Ding ist ein arg kurzes Vergnügen, das den Kauf eines physischen Tonträgers nur für ausgemachte Fans des EXMORTUS-Stils rechtfertigt.