Dead To This World - First Strike For Spiritual Renewance




Stil (Spielzeit): Speed/Thrash/Black Metal (37:50)
Label/Vertrieb (VÖ): Dark Essence Records / Twilight (04.01.08)
Bewertung: 7,5 / 10
Link: http://www.myspace.com/deadtothisworld

Von den Unsterblichen zu den Toten.
Iscariah ist kein Unbekannter in der Szene der dunklen Mächte. Nach dreijähriger Bearbeitung des Tieftöners bei IMMORTAL, lässt Iscariah in dem Solo-Projekt DEAD TO THIS WORLD seit ein paar Jahren seiner Kreativität freien Lauf. Aus dem nordischen Bergen wird uns nun eine Schlachtplatt präsentiert, die sich dem guten alten Black Metal gewidmet hat.

Auf geht’s! Und das ziemlich flott.
Der Opener „The Facilitator“ gibt kurz und knackig einen Vorgeschmack, worauf man sich mit den ‚Toten der Welt’ eingelassen hat. Die alte Schule des Black Metal fährt über verschiedene Riffs in die schwarze Nacht hinein. In der Mitte kommt ein Solo auf dem Sechssaiter daher, bei dem ich zuerst an eine alte Spielkonsole denken muss, was vielleicht an der Tonfolge zu Beginn liegt.
Aber nein, wir sind hier nicht bei DRAGONFORCE. Der Eindruck des Super Marios verflüchtigt sich sofort und ich werde wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Vor allem Iscariah mit seinen scharfen Kehllauten zeigt mir, worum es hier geht, denn wir befinden uns mitten in der „Night Of The Necromancer“.
Thematisch geht es von Totenbeschwörern, über die Kirche bis hin zum Krieg. In „1942“ wird man durch Maschinengewehrsalven begrüßt, die ausnahmsweise nicht von der doppelten Fußtrommel herrühren. Und da das Album ja kurz nach Sylvester erscheint, wird man passenderweise im vorletzten Track mit einer Rakete auf den Weltuntergang eingestimmt, die punktgenau auf der Gitarre landet. Zum Abschluss wird einem mit dem „Hammer Of The Gods“ das Hirn rausgeprügelt. Langsam bewegen sich die Nackenmuskeln vor und zurück, entspannt wird die Geschwindigkeit irgendwann noch weiter zurückgeschraubt. Die Daumenschrauben der schwarzen Nacht legen sich um dich, pech-farbene Harmonien schrauben sich dir ins Gehirn. Dann schraubt sich der Gesang zurück und es bleibt die ewige Weite der unendlichen Schwarzheit. Die letzten Minuten des letzten und längsten Stückes lassen nur noch kurze Lichtlein aufblitzen, während mit dem Zug aus dem Nichts die ‚Toten in diese Welt’ kommen.

Da Iscariah ja fast alles alleine macht, hält er sich mit solistischen Ausflügen zurück und kratzt lieber rhythmisch das Griffbrett. Er hat zudem die Unterstützung von Kvitrafn, der einst bei GORGOROTH die Kochtöpfe durchrührte, und ein bisschen Gastgekreisch von Stud Bronson, welcher bei OLD FUNERAL und THE BATTALION tätig war bzw. ist.

Bei DEAD TO THIS WORLD wird man nicht dauerhaft von der Fußmaschine von Kvitrafn durchlöchert, wie es bei den Kollegen von DARK FUNERAL oder MARDUK öfter der Fall ist. Trotzdem legt Iscariah ein meist zügiges Tempo vor, das aber durch langsam groovende Momente etwas gemildert wird.
Rau und düster hält sich dieses Scheibchen eher im Totenmeer von IMMORTAL oder 1349 auf, als in moderneren Sümpfen von NAGLFAR oder gar DIMMU BORGIR herumzuwabern. Jedes Stück für sich bringt durchaus Abwechslungsreichtum mit, was bei dem Album insgesamt ein kleines bisschen zu kurz kommt. Aber das täuscht nicht darüber hinweg, dass diese Scheibe Schwarzwurst schmeckt.