Novembre - The Blue


Review


Stil (Spielzeit): Dark Metal (67:33)
Label/Vertrieb (VÖ): Peaceville / SPV (9.11.07)
Bewertung: 8/10
Link: www.novembre.co.uk

Yeah, das nenne ich mal eine gelungene Entwicklung! NOVEMBRE haben mir schon auf ihrem letzten Album „Materia“ gut gefallen, doch „The Blue“ ist um Längen besser geworden: Majestätischer, dunkler, packender, stilsicherer, eigener, schattierungsreicher und professioneller.

Als hätte die Band die gleichen Kritikpunkte gehabt wie ich, wurde an all jenen Ecken geschraubt, die ich damals auszusetzen hatte. Die neuen Songs glänzen mit vielen wunderschönen Momenten, die so zahlreich vertreten sind, dass man einzelne Funde nicht mehr wie einen Schatz im Ohr hüten muss. Von Eintönigkeit keine Spur, weder im Gesang noch in den Melodiebögen, der Wechsel von sanft zu aggressiv zieht sich durch’s gesamte Album, alles scheint im Fluss zu sein und wirkt dabei keineswegs aneinandergereiht oder konstruiert.
Vor einer Veränderung ziehe ich ganz besonders meinen Hut: NOVEMBRE haben sich ein eigenes Gesicht gegeben und müssen sich meiner Ansicht nach keine OPETH- oder KATATONIA-Vergleiche meh anhören. Das liegt zum einen an der herausragenden Leistung von Sänger Carmelo Orlando, zum anderen am eigenen Sound, der sehr raumfüllend und bombastisch klingt. NOVEMBRE arbeiten viel mit offenen, teilweise akustischen Gitarren, Hall und Delay, einem organischen Schlagzeugklang sowie mehrstimmigem Gesang und schaffen damit eine besondere Stimmung voller Melancholie, Düsterness und Spannung.

Wer die Band bislang nicht kennt und atmosphärischen Metal a la ANATHEMA und Co. bevorzugt, der sollte sich „Materia“ unbedingt mal anhören. Alle anderen dürfen das bis dato ausgereifteste NOVEMBRE-Werk erwarten, das nahezu alle Schwächen des Vorgängers vergessen macht.