Geschrieben von Sonntag, 27 September 2020 10:40

Plague Years im Interview zum neuen Album "Circle Of Darkness"

Plague Years im Interview zum neuen Album "Circle Of Darkness" Rian Staber

PLAGUE YEARS haben gerade mit "Circle Of Darkness" ein starkes Album veröffentlicht, das Death und Thrash Metal zu einer herrlich brutalen Mischung vereint. Mit Gitarrist und Songwriter Eric Lauder haben wir über die Entstehung des Albums und die Einflüsse der Detroiter Hardcore-Szene auf PLAGUE YEARS gesprochen.

Hallo und herzlichen Glückwunsch zu eurem neuen Album „Circle Of Darkness“! Die Scheibe kommt mitten in der Corona-Pandemie. Abgesehen davon, dass euer Bandname perfekt in die Zeit passt – war die Veröffentlichung von der Pandemie beeinflusst?

Nein, wir hatten die Aufnahmen schon im Oktober letzten Jahres fertig. Die Pandemie hat allerdings den Veröffentlichungstermin beeinflusst, der eigentlich schon am 22. Mai sein sollte. Es ist aber wirklich verrückt, wie gut unser Name das weltweite Geschehen zusammenfasst.

Was hast du in den letzten Monaten gemacht? Shows konntet ihr ja nicht spielen.

Ehrlich gesagt: Den ersten Monat habe ich es einfach genossen, Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Ich hatte vielleicht das erste Mal in meinem Leben Zeit, einfach zu Hause zu sein. Kurz danach konnten wir aber wieder anfangen zu proben und haben ein paar Songs geschrieben. Außerdem habe ich an einem anderen Death-Metal-Projekt gearbeitet.

Eure letzte EP “Unholy Infestation” ist von 2019. Jetzt kommt schon der Longplayer „Circle Of Darkness“, das ist ganz schön schnell. Habt ihr das gesamte Material während des letzten Jahres geschrieben, oder sind auch ältere Stücke dabei?

Die gesamte Musik wurde etwa einen Monat, nachdem wir im April 2019 gesigned wurden, geschrieben. Wir wollten versuchen, Anfang 2020 eine Platte rauszubringen, und nach unserem Deal mit eOne war ich extrem motiviert und inspiriert – es floss nur so aus mir raus. Ich habe nur drei Wochen für die Songs gebraucht, weil ich wirklich jede freie Minute damit zugebracht habe, auf meinem Computer Demos aufzunehmen.

Für die Texte habe ich ein bisschen länger gebraucht. Die kommen immer mit einer plötzlichen Inspiration. Den letzten Text habe ich im Oktober im Studio geschrieben. Ich mag den Druck. Dadurch denke ich wirklich kritisch darüber nach, was ich tue. Manchmal schreibe ich so auch Soli.

Eure Musik ist ein brutaler Mix aus Death und Thrash Metal. Ich höre eine Menge Slayer und vielleicht Testament in den Riffs. Der Gesamtsound, die Vocals und die Texte gehen mehr in Richtung Oldschool-Death-Metal à la Obituary. Sind das die Wurzeln von PLAGUE YEARS?

Ja, all diese Bands haben uns beeinflusst, aber um genau zu sein wären es Metallica, Slayer, Sepultura, Cannibal Corpse und Iron Age. Diese fünf Bands sind der Grund, dass es PLAGUE YEARS gibt. Ich wollte unbedingt ein Thrash-Metal-Projekt machen, es sollte aber herausstechen. Death Metal war schon immer mein Ding, also habe ich diesen Sound mit einfließen lassen. Allerdings auf eine authentische Art, die natürlich klingt. Einfach nur ein Death-Metal-Riff reinzuquetschen, reicht nicht aus.

Ihr kommt aus Detroit, eine der Geburtsstätten der US-Hardcore-Szene. Das hat euren Sound ebenfalls beeinflusst, ohne dass ihr nach typischem Metalcore klingt. Wie stehen Hardcore- und Metal-Szene in Detroit zueinander? Gibt es Verknüpfungen, hast du selbst deine Wurzeln im Hardcore?

Ich würde sagen, dass es langsam beginnt, sich zu verknüpfen. Es kommen eine Menge neue Death-Metal-Bands raus, die ich ehrlich gesagt immer noch als Hardcore bezeichnen würde – Hardcore mit runtergestimmten Gitarren. Ich find’s cool. Viele Bands gehen in Richtung Metal oder Crossover, das ist gerade angesagt.

Als ich angefangen habe, Musik zu machen, war ich im Metal unterwegs. Als ich älter wurde, hat mich auch Hardcore interessiert. Ich spiele auch in zwei Hardcore-Bands: Build & Destroy und RZL DZL. Mit diesen Bands konnte ich mich mit tollen Bands anfreunden: Iron Age, Power Trip, Terror, Arthur Rizk und noch so viele mehr. Ohne meine Erfahrungen im Hardcore wäre ich wahrscheinlich nicht da, wo ich jetzt bin.

Euer neues Video zum Song “Play The Victim” ist sehr metal: Weiße Typen mit langen Haaren trinken Bier und headbangen. Wie ernst sind dir solche Klischees?

Das kann man Klischees nennen, aber so geht es hier eben ab, zumindest war es vor Corona so. All die Leute in dem Video sind Freunde von uns und irgendwie Teil unserer Szene. Wir wollten den Leuten einfach zeigen, wie wir drauf sind und was auf einer Show von PLAGUE YEARS los ist.

Was gibt es mit PLAGUE YEARS für Pläne in der nächsten Zeit? Könnt ihr ein paar Shows spielen?

Wir haben an neuer Musik gearbeitet. Ich bin langsam wieder inspiriert. Shows gab es für uns bislang nicht, aber sobald es sicher und möglich ist, werden wir definitiv so viel wie möglich live spielen. Im Moment arbeiten wir an einem Livestream, zu dem es bald mehr Infos geben wird.

Apropos Shows: Ihr seid zu viert, mit nur einem Gitarristen. Das ist für solch brutale Musik ungewöhnlich. Wie löst ihr das live?

Bei Konzerten haben wir einen zweiten Gitarristen. Vor unserem Deal waren wir zu fünft, aber unser zweiter Gitarrist hat die Band verlassen, kurz bevor wir anfingen, mit eOne zu sprechen. Um den kreative Prozess möglichst einfach und unkompliziert zu halten, sind wir in der Viererbesetzung geblieben.

Letzte Frage: Stell dir vor, alles wäre möglich. Welche Bands würdest du auf eine große Welttournee mitnehmen?

Iron Age und Power Trip. Rest In Peace, Riley Gale und Wade Allison*.

*Anmerkung der Redaktion: Riley Gale, Sänger von Power Trip, und Wade Allison, Gitarrist bei Iron Age, sind beide vor kurzem überraschend gestorben.

Helge

Stile: Doom Metal, Black Metal, Post Rock, Stoner, Prog

Bands: My Dying Bride, Opeth, Nachtmystium, Saint Vitus, Genesis