Surtr - World Of Doom

Surtr-WorldOfDoom

Stil (Spielzeit): Doom Metal (46:44)
Label/Vertrieb (VÖ): Altsphere / Twilight (29.4.2011)
Bewertung: 6/10
Link: www.surtr.net

Surtr ist in der nordischen Mythologie der zerstörerische Riese: Als Feind des Götterpantheons tötet er und setzt mit seinem Flammenschwert alles in Brand, was nicht bei drei auf der Weltenesche sitzt. Kein schlechter Name also für eine Doom Metal-Band, wenn man mit dem Genre fiese, schleppende Riffs Marke Dampfwalze assoziiert und schrägen, düsteren Gesang.
Beides bringen die Franzosen SURTR in ihrer Musik schon mal unter. Das Trio ist in Sachen Veröffentlichungen noch recht unbeschlagen, nach einem Demo und einem Samplerbeitrag ist „World of Doom“ ihr Debutalbum. Dementsprechend unrund tönt die Sache aber auch noch, dass man es hier mit einem alles zerstörenden Riesen zu tun hat kann man nicht behaupten. Surtr hinterlassen nicht nur verbrannte Erde, sondern auch ein paar offene Fragen.

Aber erstmal zu den Ausrufezeichen: Die drei Burschen sind im konsequent oldschooligen Doom zu Hause, setzen meistens statt auf Melodien auf fette Gitarrenkanten, die mal nach frühen BLACK SABBATH klingen, mal nach CATHEDRAL. Immer schön langsam versteht sich, damit die gelegentlichen Grooveparts besser knallen. Das Cover von REVEREND BIZARREs „Doom over the World“ zeigt deutlich, wo SURTRSs Hammer of Doom hängt und fällt neben den eigenen Stücken – schlicht „Part I“ bis „Part V“ betitelt – kaum aus dem Rahmen. Der Gesang dröhnt hohl und dunkel, leider aber auch eine Spur zu leise.

Der Gesang ist dann auch schon die erste Schwachstelle auf SURTRS Debut, denn er ist nicht nur zu sehr in den Hintergrund gemischt. Die Mucke verträgt einen schrägen Sänger, aber wer so eiert, muss auch Eier haben. Leider knarzt hier wenig, charismatisch geht anders.

Das größte Fragezeichen aber hinterlassen die zweifelsfrei gelungenen Riffs: Kann man davon zu viele auf eine Platte packen? Ja, kann man. SURTR wechseln doch zu abrupt und zu oft von einem Part in den nächsten, das geht leider zu Lasten der Dynamik. Der Gesamteindruck verschwimmt: Man kann das ganze Album hören, ohne zu merken, wo ein Lied aufhört und das nächste anfängt. So reiht sich ein fettes, geiles Doom-Riff ans nächste, aber einen durchgängig geilen Song oder ein gutes, weil konsistentes Album hört man nicht. Wohl aber das Potenzial dafür.

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