Ictus Mortis - Schlachtmusik





Stil (Spielzeit): Underground-Back-Gothic (29:02)
Label/Vertrieb (VÖ): Eigenproduktion (2006)
Bewertung: Gutes Demo mit Abstrichen (6/10)
Link: http://www.ictus-mortis.com

Mit Metal aus Östereich verbinde ich immer PUNGENT STENCH, ich weiß auch nicht warum. ICTUS MORTIS sind zwar noch realtiv neu, aber keine Neulinge. Seit 13 Jahren wuseln sich die Mitglieder in anderen Bands durch den Underground. Das musikalische Konzept hat sich laut Info vom herkömmlichen Gothic-Metal zu etwas entwickelt, was man selbst als "fast melodic Gothic-Metal" bezeichnet. 

Nun, das Intro klingt nach jeder zweiten Underground Black-Metal-Platte: Frauengekreische, Tierlaute, Herzpochen, das Intro mündet dann in das erste Stück "Die Schlange", die Nummer ist schnell, hat CREMATORY-artige Keyboards und der Sänger wechselt zwischen Growls und cleanem Gesang. Wobei ihm die Growls mehr zu liegen scheinen. Die schöne Gesangsmelodie im Refrain leidet ein wenig unter der Umsetzung. Überhaupt ist das Demo eben ein Demo, ordentlich in Sound und Mischung, aber eben nicht das Resultat eines Studioaufenthaltes mit Produzent, Engineer, etc. Etwas dünn, aber nicht schlecht.

In Lied nummer zwei namens " Im süßen Rausch des Untergangs" presst der Sänger ziemlich böse, was in Verbindung mit den anklagenden Texten gut rüberkommt - Underground-Authentizität eben. Dazu Growlen wie gehabt und cleane Passagen. Die Musik geht für meine Ohren deutlich in die Black-Metal-Richtung, untermalt mit Keyboards, aber nicht mit viel Pathos wie bei DIMMU BORGIR. Alles drei Nummern erdiger. 

Der Song "Sklavin" bereitet mir die größten Kopfschmerzen. Diese BDSM-Nummer ist so herrlich daneben wie einst "Pleasure Slave" auf MANOWARs "Kings of Metal", passt komplett nicht rein und ist vom Text her so daneben, dass es einfach ein Witz sein muss... bitte. Auch wenn die Musik die düstere Stimmung hält... nein, der Song gibt einfach nen Abzug.  Auch wenn man laut Bandphilosophie gegen vielerlei "-ismen" steht, Sexismus war nicht auf der Liste ;).

Die in "Narbenhort" eingearbeiteten Breaks holpern ein wenig, aber was man SODOM zugesteht, darf man auch anderen gönnen. Erhalten bleibt der Growl/Clean-Faktor. Mit "Wintersee" gibt es noch einen zum Nackenschütteln, bevor man mit "Brennende Brücke" ebenso geschwind den Sack zu macht.
Alles in allem wird uns hier ein gutes Demo mit guten Ideen und ansprechenden Songs geboten (die Ausnahme ist erwähnt). Zum Preis von € 5,00 kann man zuschlagen, wenn man deutschsprachigen Underground-Metal mit einem gewissen Trash-Faktor mag. Also: "Tanzt ihr Schweine!"