Helion Prime - s/t Tipp

Helion Prime - s/t
    Power Metal

    Label: AFM Records
    VÖ: 24.02.2017
    Bewertung:8/10

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"Helion Prime" ist das Debütalbum der gleichnamigen Band. Was das Cover schon verrät, ist, dass es sich ganz offensichtlich um Power Metal mit Weltraum/SciFi Thematik handelt – warum sonst würde man sich einen Dino-Cyborg, fliegende Untertassen und 50er-Jahre B-Movie-Laserpistolen aufs Cover malen? Was es aber nicht ganz offensichtlich macht, ist, dass die Band dem Buch des female-fronted Power Metal ein neues Kapitel anhängt.

Es gibt nur eine Gelegenheit für einen ersten Eindruck?

Irgendwie hat es das Album geschafft, beim ersten Hören einen langweiligen, energielosen, generischen Eindruck zu hinterlassen. Als ich mich dann zum ersten Mal hingesetzt habe, um eine enttäuschte Review zu schreiben – während dieser vermeindlich uninspirierte Weltraum-Power-Metal im Hintergund läuft – war da plötzlich ein ganz anderes Erlebnis: kraftvolle Gitarren, eingängige Hooks, sauberes Schlagzeug und fesselnde Melodien – ein gutes Album und ein klasse Debüt.

Woher kommt der schlechte Ersteindruck? Insgesamt ist es ein eher zurückhaltendes Album. Der Gesang ist zwar sympathisch und mitreißend, vor allem mit den eingängigen Texten, wirkt aber stellenweise auch (thematisch passend) etwas kühl und mechanisch. Die Gitarrenarbeit ist immer sauber, aber die meiste Zeit vornehm zurückhaltend und unaufdringlich in den Gesamtklang eingebettet, ohne groß aufzufallen. Beim ersten Hören gibt es außer den unerwarteten Growls in "Keep What You Kill" nicht viele hervorstechende Momente, an denen man sich festhalten könnte.

Überraschung beim zweiten Hören

Lässt man die Scheibe aber nochmal laufen, stellt man verwundert fest, dass man fast alles mitsingen kann, die als zu schwach empfundenen Begleitgesänge und wenigen Gitarrensoli genau die Akzente liefern, für die sie gedacht sind, ohne als überstrapazierter Effekt unangenehm zu werden, und es sich trotz des schlechten ersten Eindrucks um ein schwungvolles Debüt mit recht eigenem Sound handelt.

Zurück bleiben bei zweiten Hören nur ein paar Schwächen, die ich einem Debütalbum durchaus verzeihen kann: Es wirkt trotz individuell guter Songs noch nicht wirklich zusammenhängend, teilweise nicht so überzeugt vorgetragen, wie es sich die Band hätte erlauben können, und hat gelegentlich Schwächen in der Produktion.
Insgesamt aber ein empfehlenswertes erstes Album – auch wenn es vermutlich erst nach dem Remaster zum 10-jährigen Jubiläum der Band seine wirklichen Qualitäten zeigen wird – von einer der immer noch zu seltenen female-fronted Power Metal Bands.