Karmakanic - Who's The Boss In The Factory




Stil (Spielzeit): Progressive Rock (55:40)
Label/Vertrieb (VÖ): Inside Out/SPV (24.10.08)
Bewertung: 8,5/10
Link: http:// www.reingoldmusic.com
THE FLOWER KINGS-Bassist Jonas Reingold beglückt Proggies mit dem dritten Streich seiner Zweitband KARMAKANIC, bei der ihn Sänger Göran Erdman, Keyboarder Lalle Larsson, Gitarrist Krister Jonsson und Drummer Zoltan Csörsz unterstützen. „Who’s The Boss In The Factory“ ist – soviel sei vorweg verraten – ein wunderbarer Progrock-Ohrenschmaus, wie man ihn nicht alle Tage serviert bekommt.

Mit einer positiven Einstellung, wunderschönen Melodien, einem erdigen, sehr warmen Sound und absoluten Könnern an den Instrumenten sowie einem Sänger, der mit einer facettenreichen und schönen Stimme brilliert, lassen KARMAKANIC mit Ausnahme des melancholischen, Reingolds verstorbenen Eltern gewidmeten Zweiteilers „Eternally“ vorwiegend die Sonne scheinen und prachtvolle Feuerwerke an Melodien explodieren. Das anfangs leichtfüßige, dann temporeiche „Let In Hollywood“, der 13 Minuten lange, abwechslungsreiche Titeltrack und der Zehnminüter „Two Blocks From The Edge“, der mit einem Saxophon aufgelockert wurde, lassen den Prog-Gourmet mit der Zunge schnalzen. Der Höhepunkt auf „Who’s The Boss In The Factory“ ist aber zweifellos der 20-minütige Longtrack „Send A Message From The Heart“, der mit seinen immer wieder auftauchenden Gänsehaut-Melodien, Instrumental-Eskapaden und enormer Ideenvielfalt ein absolutes Prog-Sahnestück geworden ist.
Es gibt stilfremde Elemente und Instrumente („Eternally Pt. 2“ hat ein Akkordeon-Solo zu bieten), träumerische Sounds, mehrstimmige Gesänge, virtuose Bassläufe und Jazz-Passagen, und trotz der Verspieltheit und ausladender Instrumental-Abfahrten klingen die ohrenschmeichelnden Songs immer nachvollziehbar und nie verkopft.

Manch einer wird sich an der positiven, lebensbejahenden Grundausrichtung des Albums und den sich meist im Vordergrund aufhaltenden Keyboard-Sounds stören, Fans von Reingolds Stammband THE FLOWER KINGS, TRANSATLANTIC oder SPOCK’S BEARD werden aber ihre helle Freude an diesem Prachtstück haben.