Goatwhore - Carving Out The Eyes Of God



Stil (Spielzeit): Black/Death Metal (40:45)
Label/Vertrieb (VÖ): Metal Blade (19.06.09)
Bewertung: 8/10

GOATWHORE sind bisher komplett an mir vorbei gegangen, und das, obwohl ich gut gemachten Black und Death Metal gerne höre. Zum Glück ist es nicht zu spät, eine Band erst mit dem vierten Album für sich zu entdecken, so kann man immerhin ohne jegliche Erwartungen oder Befürchtungen von vorhergehenden Scheiben an eine neue CD heran gehen. „Carving Out The Eyes Of God" heißt also das neueste Lebenszeichen der 1997 gegründeten Band aus Louisiana, und in etwas mehr als 41 Minuten schaffen es GOATWHORE, dem Großteil der Black und Death Metal-Bands zu zeigen, wo der Hammer hängt.

Gleich der mit einem tollen Break versehene Opener „Apocalyptic Havoc" und das nachfolgende „The All-Destroying" zeigen, dass sich die Songs von „Carving Out The Eyes Of God" auf sehr hohem Niveau befinden. Hier wird geschrotet, was das Zeug hält: Blastbeats vermischen sich mit deathigen Midtempo-Passagen, die Gitarren riffen, als gäbe es kein Morgen, und dazu holt Sänger Ben Falgoust alles aus seiner Stimme heraus, was der Bereich zwischen schwarzmetallischem Röcheln und Todes-Growls hergibt. Aber das ist noch nicht alles, denn GOATHWORE klingen auch punkig bis thrashig und dreckig, und das ergibt zusammen mit ein paar bedacht eingestreuten melodischen Passagen ein sehr stimmiges Gesamtbild. Der Titeltrack tönt sehr fett aus den Boxen und schindet mit düsteren, melodischen Gitarrenleads Eindruck, und überhaupt klingt das vierte Album der Amerikaner sehr dunkel und fies. Eine Nummer wie „Shadow Of A Living Knife" sorgt mit seinem schnellen Beginn und den galoppierenden Gitarren für Bewegung im Moshpit, während manche Passagen von „Razor Flesh Devoured" auch einer Band wie DISSECTION zu Zeiten der ersten beiden Alben gut zu Gesicht gestanden hätten.
Erwähnenswert ist auch die mächtige Produktion, die vor allem die tolle Gitarrenarbeit sehr gut zur Geltung bringt

„Carving Out The Eyes Of God" ist ein klasse Beispiel dafür, wie gut sich Black und Death Metal verbinden und mit einer Prise Thrash und Punk-Räudigkeit würzen last. Dass dabei ein paar klitzekleine Melodien mehr vielleicht noch mehr Eindruck geschindet hätten, ist bei der Qualität von „Carving Out The Eyes Of God" schon fast in den Hintergrund zu stellen.