Ahab - Call Of The Wretched Sea

Review

Stil (Spielzeit): Funeral Doom (67:43)
Label/Vertrieb (VÖ): Napalm Records/SPV (29.09.06)
Bewertung: Überwältigend (8,5/10)

Link: www.ahab-doom.de

Majestätisch, langsam aber unaufhaltsam mit ungestümer Kraft schießt die deutsche Funeral-Doom-Band AHAB wie ein Pottwal aus den tiefsten Tiefen des Ozeans.

AHAB - „The Call Of The Wretched Sea“ – der Name ist Programm. Auf unglaublich intensive Art und Weise erzählt das Trio die Geschichte der hasserfüllten Hetzjagd auf Moby Dick, bekannt aus Herman Melvilles gleichnamigen Klassiker. Wem dieses Konzept bekannt vorkommt, der denkt garantiert an MASTODONs geniales Werk „Leviathan“. Wo die Band aus Atlanta sehr dynamisch, teilweise verspielt mit der Buchvorlage umging, bevorzugen AHAB ihre eigene, extrem düstere Interpretation. Auf sieben Liedern, die fast 70 Minuten umspannen, wird der Hörer ertränkt in Pechschwaze Klangwellen, die erdrückender kaum sein könnten. Kellertiefe, verzerrt ächzende Gitarren, eine apokalyptische Basswand, monströs opulent hämmernde Drums und unheilvolle Death-Grounts vertonen perfekt die Leitmotive Rache, Spiritualität, Wahnsinn und Verderben des Romans „Moby Dick“. In der Langsamkeit baut sich ein Szenario auf, dass sich beinahe in Richtung Drone-Musik bewegt. Aber deren (gewollte) Monotonie umschiffen AHAB gekonnt durch majestätische Keyboard-Zuckungen, epische Chöre oder die ein oder andere verträumte Melodie.

Somit könnten AHAB das Kunstück vollbringen, nicht nur einer Handvoll Doom-Freaks zu glückseligen Rauschzuständen zu verhelfen, sondern auch Extrem-Metal-Fans jeglichen Geschmacks in ihren finsteren Bann zu ziehen. Natürlich nur in maximaler Lautstärke, versteht sich.