Sarpanitum - Despoilment Of Origin




Stil (Spielzeit): Brutal Death Metal (35:27)
Label/Vertrieb (VÖ): Galactic Records (26.2.07)
Bewertung: 6,5/10
Link: http://www.sarpanitum.com

Geschichtsunterricht wird musikalisch! Nachdem uns ja schon über Jahre hinweg NILE mit Schauergeschichten über ägyptische Särge unterhalten, kommt nun aus dem englischen Underground SARPANITUM empor. Der Insel-Vierer beschäftigt sich mit dem Zweistromland Mesopotamien (zwischen Euphrat und Tigris) und dessen langer Geschichte. SARPANITUM existieren seit ungefähr vier Jährchen und werfen uns mit „Despoilment Of Origin“ den ersten Happen rohes Fleisch vor die Füße.

Ein Gewitter legt sich übers Land. Man fühlt sich eingeladen, die Hölle eine Weltkrieges unter dem Trommelfeuer von tausenden Kanonen zu erleben. Die Todesschwadrone vom Eiland geben sich Mühe, mit dunkelsten Growls, heftigen Blastbeats und düsteren Gitarrenriffs alles um sie herum zu zerstören. Dabei dröhnt durchaus mal ein völlig durchgeknalltes Solo aus den Boxen. Im zweiten Stück „Halls Of Decadence“ beginne ich mich zu fragen, ob es nicht doch ein bisschen mehr Abwechslung bedarf, als pures High-Speed-Geknüppel. Es gibt zwar einerseits rhythmische Abwechslung, ab und zu „normal“ anmutende Melodeien und sogar kurzfristig gesangliche Tendenzen zu anderem Shouting. Doch irgendwie springt der Funke noch nicht über.
Der Sean Broster muss schon ein toller Bursche sein. Er spielt jedenfalls so toll bzw. schnell Schlagzeug, dass man ihn auch schon mal kurz alleine hören kann. Was der wohl für Schuhe anhat, dass die Sohlen bei dem Dauer-Tempo nicht durchbrennen?
Doch jetzt habe ich mich gerade eingehört, da beginnt im fünften Track „Dusk Over Assyria“ eine akustische Gitarre mir in den Ohren zu klimpern. Gibt es so was wie eine Death-Metal-Ballade? Wenn ja, dann ist dieses kurze Zwischenspiel – akustisch, Keyboards mit Growls – eine. Interessant.
Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass SARPANITUM brutalen Death Metal mit verschiedensten Einlagen mischen wollen, um das Ganze abwechslungsreicher zu gestalten. Deshalb gibt es hier und da hübsch simple Harmonien zu hören oder eine Gitarre "durchs Telefon gespielt". Am technischen Können der Truppe um Grunzsau Andy will ich auch gar nicht zweifeln. Nur fehlt mir ein bisschen die Einheit; man vermag es gar nicht richtig auszudrücken.

Nach mehrmaligem Hören wird „Despoilment Of Origin“ doch besser. SARPANITUM jedenfalls liefern in Sachen mythologisch brutalem Death Metal ein Scheibchen schmackhafte Blutwurst. Wem also NILE und Konsorten nicht zu hart sind, der darf hier mal ein Ohrläppchen riskieren.

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