Xterminate - Termination::2107

xterminate

Stil (Spielzeit): Melodic Deathmetal (24:58)
Label/Vertrieb (VÖ): Eigenproduktion (21.05.10)
Bewertung: 6 / 10
Link: http://www.myspace.com/xterminate666

Vernichte, zerschlage, zerstöre… Mit diesen eher minder positiven Worten leiten die fünf Thüringer von XTERMINATE ihre Promo-Information ein. In Verbindung mit der Bezeichnung „Straight Forward Death“, welche die Jungs zur Beschreibung ihres Musikstils verwenden, lässt dies im Vorfeld ja schon mal auf eine gehörige Portion Fratzengeballer hoffen, welches dem geneigten Hörer entgegenschlägt, wenn er diese Debut-EP im heimischen CD-Player rotieren lässt. Das ist jedoch nur eine der beiden möglichen Erwartungshaltungen. Denn ohne die Zugemüteführung besagter Info-Schrift dürfte sich wohl eine ganz und gar hiervon abweichende Erwartung beim potentiellen Konsumenten einstellen. Das Artwork ist schlicht und modern gehalten und erinnert, nicht zuletzt auch aufgrund des Bandnamens, eher an die Verpackung eines actiongeladenen Rennspiels für die Playstation als an das Produkt einer knüppelharten Deathmetalband. Musikalisch gesehen vielleicht noch an stumpfen Industrial. Auf alle Fälle jedoch nicht an das, was die fünf hierauf enthaltenen Tracks tatsächlich zu bieten haben.

Denn das wird meiner Meinung nach beiden Erwartungshaltungen nicht gerecht. Dass wir es hier zumindest mit einer Art Melodic Deathmetal zu tun haben, und nicht mit elektronischen Klängen oder gar einem Videospiel, sollte auf der Hand liegen. Aber leider bleibt auch das sehnlich erhoffte Fratzengeballer irgendwie aus. Als „Straight Forward Death“ schwedischer Prägung würde ich Bands wie DISMEMBER oder vielleicht noch GRAVE bezeichnen, aber das hier? Nicht wirklich. Das soll jetzt nicht heißen, dass XTERMINATE langweilig oder gar schlecht seien. Aber unter der angegebenen Bezeichnung habe ich dann doch etwas mehr Geschwindigkeit oder zumindest Brutalität erwartet. Die erste Combo, welche mir jedoch als Vergleichsband in den Sinn kam, als „Termination::2107“ das erste Mal meine Gehörgänge durchspülte, waren die APOKALYPTISCHEN REITER. Nicht unbedingt die Referenzband schlechthin, was Härte betrifft. Doch gewisse Parallelen sind wahrhaftig nicht von der Hand zu weisen.

Abgesehen davon, dass Frontmann Volker Neubeck streckenweise fast hundertprozentig nach dem Vorreiter Eumel beziehungsweise Fuchs in seinen aggressiveren Phasen klingt, trägt auch der Fakt, dass zwei der fünf Songs auf Deutsch vorgetragen werden, seinen Teil dazu bei, dass man hier Vergleiche zu den Reitern ziehen kann. Der Opener „Tränen aus schwarzem Blut“ legt nach dem halbminütigen Intro gleich mit einem markanten Schrei und einem mittelschnellen Melodic Death-Geriffe los, welches nach kurzer Zeit jedoch in eine fast schon blackmetaltaugliche Strophe übergeht, wie sie auch auf einer „All You Need Is Love“ hätte auftauchen können. Das gilt auch für den Text, welcher sehr lyrisch und hintergründig wirkt und zum Interpretieren einlädt. Positiv anzumerken ist an dieser Stelle schon mal das Drumming von Christian Stoll, welcher in den schnelleren Passagen ein wirklich exzellentes Doublebase-Gewitter auf seine Opfer abfeuert. Dass ich persönlich jedoch kein sonderlich großer Freund von derartig melodischen Gitarrenklängen im Deathmetal-Bereich bin, ist jetzt natürlich Gift für die Jungs von XTERMINATE, aber da müssen die durch. Da sind sie nicht die ersten.

So klingen die meisten Riffings in meinen Ohren schlicht langweilig und austauschbar. Im direkten Vergleich zum Wettbewerb hingegen kann man wohl von solider Kost sprechen. Vorbilder waren hier ganz offensichtlich AT THE GATES und Konsorten. Zudem zieht sich der leichte Blackmetal-Touch über die komplette EP und wird durch den dezenten Einsatz von untermalenden Keyboards an einigen Stellen noch verstärkt. Ansonsten jedoch steht der melodische Deathmetal, welcher seine Inspiration ganz klar aus Schweden bezieht, an erster Stelle. Besonders hervorzuheben ist diesbezüglich der meiner Meinung nach beste Song „The final step“ mit seiner sehr einnehmenden Leadgitarre. Das ist wirklich mal eine Melodie, die selbst mir nicht mehr so schnell aus dem Kopf geht. Und so etwas haben bisher nicht einmal AT THE GATES geschafft. Dafür gibt es ganz klar einen Extrapunkt...

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