Medeia - Cult


Stil (Spielzeit): Death / Extreme Metal (30:25)
Label/Vertrieb (VÖ): Fullsteam Records / PIAS (19.09.08)

Bewertung: 8/10
Link: www.medeiaband.com
www.myspace.com/medeiaband

Respekt: Was auf der selbstbetitelten Appetizer-EP noch wie ein kurzes aber heftigen Blitzgewitter über uns hereinbrach, hat sich ein paar Monate später in einen Orkan verwandelt. "Cult" klingt heftiger, kompromissloser und strotzt vor Aggression. Der Stakkato-Death-Metal-Sound drückt mit enormer Grind-Schlagseite unbarmherzig in die Fresse, und wenn Keyboarderin Laura auch immer wieder Akzente setzt, hier regelt das volle Brett und lässt kaum Zeit zum Durchatmen.

Die Qualität der 11 Tracks („Unholy Communication“ kennen wir bereits von der EP) ist durchweg beeindruckend, technisch wie kompositorisch. Hätten MEDEIA den atmosphärischen Key-Linien, dem Gesang von Frau Dziadulewicz oder experimentellen Einwürfen wie Handclaps zu Pianosound mehr Raum gegeben, „Cult“ wäre sogar noch ein Stück weit intensiver geworden. Tiefe gebende, auflockernd-atmosphärische Einschübe stehen zumeist ein wenig fragmentartig im Raum und werden sofort wieder von Riff-Kaskaden platt gemacht. Etwas weniger Druck im Kessel und dafür ein wenig mehr von den stimmungsvollen Ausbrechern, dann wäre "Cult" für mich ein nahezu perfektes Album. Aber auch so entfaltet die Scheibe einen ungewöhnlich breiten Fächer an Ideen, rhythmischen Querläufern, krassen Wendungen. Der heisere Schrei-Gesang von Keijo Niinimaa (ROTTEN SOUND) könnte dazu nicht besser passen.

Gebt der Scheibe ein wenig Zeit, sie entwickelt sich so richtig erst beim intensiveren Hören. Und falls jemand Namen braucht, um sich zu orientieren: Wer das Grind-Gelöte von ROTTEN SOUND, den Vibe von alten ENTOMBED und die Experimentierfreudigkeit von THE DILLINGER ESCAPE PLAN schätzt, der sollte „Cult“ unbedingt antesten.