Backfired.Hate – A New Beginning

Backfired.Hate – A New Beginning
    Death/Thrash/Groove Metal

    Label: Eigenregie
    VÖ: 22.02.13
    Bewertung:6/10

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Im Westfalenland gab es vor zehn Jahren die Melo-Death-Gruppe DAMAGE DONE, die sich vor viereinhalb Jahren einen neuen Anstrich gab und nun als BACKFIRED.HATE auftritt. Zweimal zwei Brüder und ein fünfter Mann ergeben eine schlagkräftige Mannschaft, die den „Neuanfang" wagt. Und jetzt ist es Zeit für das erste Album, das uns mit Wucht um die Ohren gehauen wird.

„Turn It On" könnte als Aufruf gelten, die Boxen lauter zu drehen. Bei den schwergewichtigen Eröffnungsriffs wird die Membran stark beansprucht und man hat das Gefühl, dass ein leichter Hardcore-Einschlag den Groove mit sich bringt. Die harten Vocals bewegen sich im unteren Magen-Darm-Bereich oder werden herausgeschrien, was die Stimmbänder so leisten. Thrashiges Geprügel und flotte tödliche Riffs ergeben eine brutale Mischung, die mit Einzel- und Doppelleads harmonisch aufgepeppt wird.

Schnell wird klar, dass die Band nicht Trends hinterherjagen will, aber auch nicht die alte Schule verherrlicht. Es werden einfach Zutaten aus ein paar der härteren Subgenres in einen Topf geworfen und wirkungsvoll miteinander verknüpft.
Überrascht wird man nach einigen druckvollen Songs zu Beginn von „Deepest Blackness" mit einem Glockenspiel. Man wähnt sich in einer Klampf-Ballade, doch bald zeigen die Gitarrenhälse in eine andere Richtung. Es wird laut und dramatisch, das heißt, der Balladencharakter wird gewahrt, doch das Drumherum ist schwermetallischer, als vermutet.

Überzeugend stark hört man an diversen Stellen der Platte den Bass heraus, der hier keine untergeordnete Rolle spielen soll. Manchmal gibt es Duette mit den Sechssaitern, doch dürfen diese sich auch selbstständig austoben, wie es schön melodiös in „Annihilation Of Worlds" geschieht. Mit heftigen Beats wird man in „Constitution Of Rock" konfrontiert, als ob einem jemand mit beiden Füßen abwechselnd in den Hintern tritt.

Während zu Beginn noch einige Riffs oder ein Chorus wiedererkannt werden, flaut es im Laufe der vierzehn Stücke etwas ab. Der Energielevel wird weiterhin hochgehalten und in „Sleepless Nights" könnte man später wieder schwungvoll mitgröhlen.
Beispielhaft könnte dafür der ausnahmsweise sehr lang gewordene Acht-Minüter mit der doppelten Verneinung stehen „No One (Can't Turn Back Time)". Ein langes gemütliches Intro riskiert etwas Neues. Dann wird der Verstärker aufgedreht und mit Breakdowns, harten Riffs und angenehmen Melodien das bekannte Rezept verarbeitet.

Angegebene Einflüsse wie PANTERA oder CHIMAIRA kann man durchaus wiederfinden. Ab und zu wähnt man sich im klassischen Melodic Death-Sektor, doch dann kommen wieder ein paar Zutaten hinzu, die den Eintopf zum Teil noch deftiger machen. Eine langfristig nachhaltige Wirkung hat „A New Beginning" vielleicht noch nicht. Aber mit einer druckvollen Produktion in Eigenregie haben die Burschen eine dick groovende Platte eingehämmert, die ihre spielerische Erfahrung zeigt und durchaus die Einladung in einen Moshpit sein kann.

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