Difused – The Silence

Difused – The Silence
    Melodic Death Metal

    Label: 7Hard Records
    VÖ: 2013
    Bewertung:6/10

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Einst versammelte sich im Münsterland eine Gruppe von jungen Herren, um sich im Feld des melodischen Todes musikalisch auszutoben. Es gab ein Debütalbum und einige Besetzungswechsel, was die Jungs aber nicht vom Weitermachen abgehalten hat. Gelohnt hat es sich, denn ihre selbsterstellte zweite Platte "The Silence" wird dieses Jahr mit Label-Unterstützung nochmals an die Öffentlichkeit gebracht.

Schweinisch wird der Titeltrack eröffnet. Mit tödlichen Riffs und gurgelnden Lauten steigen DIFUSED in die laute Stille ein. Etwas überraschend kommt der Klargesang dazu und der Härtegrad wird etwas zurückgeschraubt. Leicht dramatisierend wirkt dieser Gesang, der einen beachtlichen Anteil am Album ausmacht.
Keyboards sind oft nur im Hintergrund zu vernehmen. Als sanfte Klangteppiche sind sie recht unaufdringlich, trotzdem meistens vorhanden. In „Awake" wird das Tempo mal heruntergebrochen, an anderen Stellen wird es spielerisch progressiv, doch dann blitzt auch wieder ein balladesker Chorus auf, der gar nicht so leicht in die Gesamtstruktur einzuordnen ist.
Mit gefühlsduseligem Geklimper geht man hinein in „Rain", wird jedoch auch hier später von zunächst unerbittlichen Gitarren empfangen. Ebenso wie in „Ghost Of Death" oder anderen Songs ist manchmal nicht ganz klar, welches Konzept man verfolgen will. Manche Parts weisen in die Richtung heftiger Todesmaschinerie, dann wird es wieder luftig leicht. Dies führt zu einem guten Baukastensystem, welches an manchen Stellen etwas künstlich zusammengekittet wirkt.

„Moon's Delusion" erinnert mich zum Teil an die amerikanischen BLACKGUARD. Flottes Klavierspiel, tänzerisch zackige Rhythmen und schnelle Melodie-Riffs heben die Laune. Etwas beschaulicher geht es dann im neunten und letzten Stück zu. Gemächlich melancholisch wendet man sich der „Temptation" zu. Ohne zu pathetisch zu werden, beendet DIFUSED ohne viel Aufhebens die Platte.

Bei den ersten Durchläufen könnte „The Silence" etwas überladen wirken, da doch in den klassischen Melodeath noch einige Stilmittel dazugemixt werden. Auch die etwas gepresstes Clean Vocals sind vielleicht nicht jedermanns Sache. Doch als musikalischer Cocktail von Harmonie und Barbarei haben die Münsterländer eine Scheibe gebastelt, die in Zukunft durchaus ein größeres Publikum erfreuen könnte.

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