Bodybag - Curriculum Mortae


Stil (Spielzeit): überwiegend Death Metal / Thrash Metal / Metalcore (33:04)
Label/Vertrieb (VÖ): Eigenproduktion (Ende 08)
Bewertung: 6 / 10

Link: www.bodybag-metal.de


Die Hesse komme! In Sachen Death. Zum Glück weder so steril und klinisch, noch pathologisch wie Artwork und Bandname vermuten lassen.

Und greifen erstmal reichlich von der Pendlerpauschale auf der Strecke zwischen Stockholm und Göteborg ab. Will sagen: es gibt hübsch rüppelig simpel was zwischen die Augen, wie die Hauptstädter es mögen, und daneben wird auch mit Melodien nicht gegeizt. Schön, dass die Nähe zu Göteborg aber nicht soweit geht, mit Keyboardschwurbeleien dem Metal das Mark abzusaugen.

Natürlich braucht das nach geschätzten 5 Millionen Veröffentlichungen in beiden Sektoren eigentlich niemand mehr. Und auch die Mischung ist nicht wirklich neu. Aber Spass macht sie. Zeitweilig. Was vor allem an den Nebenwirkungen liegt. „Curriculum Mortae" hat nämlich viel thrashlastiges Riffing und einige unüble klassische Heavy Metal - Leads mit im bodybag. Und weil die Produktion auch konturiert und kraftvoll --- aber nicht überproduziert--- ist, weiß ich wenig Schlechtes über die Leichensäcke zu sagen.

Allenfalls: Gegenüber den guten Riffs, Leads und der präzisen Rhythmusarbeit, die mal einfach nur vorne treibt, mal für eher stockenden Verkehr sorgt, fällt der Gesang etwas ab, und zieht den Gesamteindruck nach unten. Irgendwo zwischen dezent hysterischem Metalcore- und old-school Thrash-Gebrüll beheimatet, sind Death typische Growls eher selten. --- Und so wirklich aggressiv klingt das letztlich nicht. Geht aber auch nicht auf den Senkel, und das ist ja auch was wert.

Ich gebe ja zu, bei Debütanten guck ich sehr nach dem Positiven, und darum ignoriere ich auch mal einige Längen, die sich spätestens beim dritten Umlauf einschleichen... aber ich schwöre, das liegt wesentlich am Gesang und an den recht ähnlichen Songstrukturen.

Wenn die Jungs den Mut entwickeln, ein Stück einfach mal voll durchzubrezeln oder andernorts dem Hörer mehr Substanz zutrauen und konsequenter verschachteln, und nicht in alle Stücke gleichermassen sämtliche Trademarks zu packen versuchen... und wenn der Sänger ebenfalls mal den Mut entwickelt, die monotone Schiene aufzugeben, dann sind für die Säcke beim nächsten Mal sicher mehr drin als die guten 6 Punkte für einen ordentlichen, aber sicher nicht sprachlos machenden Start.

 

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