Sideblast - Flight Of A Moth




Stil (Spielzeit): Death/Thrash/Black Metal (43:22)
Label/Vertrieb (VÖ): Cyclone Empire / Soulfood (14.03.08)
Bewertung: 6/10
Link: http://www.myspace.com/sideblast

Bisher ist mir die französische Szene nicht sehr bekannt. Wenn aus unserem Nachbarland dann doch einmal eine Band der härteren Gangart hierher schwappt, dröhnt es meist recht experimentell aus meinen Boxen. SIDEBLAST, die erst seit knapp vier Wintern existieren, schleudern uns nun ihr Erstlings-Werk „Flight Of A Moth“ entgegen.

Ich muss ja gestehen, beim ersten Durchlauf der Scheibe denke ich noch: Mmh, was war das denn gerade? Dann schaue ich auf das Info-Blatt und erkenne, dass ich eine Mischung aus den Einflüssen von EMPEROR, STRAPPING YOUNG LAD, IMMORTAL und BEHEMOTH gehört habe. Wer sich da jetzt so konkret nichts darunter vorstellen kann, dem versuche ich es ein wenig zu beschreiben.

Also, um es vorwegzunehmen: Extrem ist dieser Sound allemal, weshalb man die oben genannten extremen Bands durchaus teilweise als Einflüsse vermerken kann. Nach einem filmischen Intro folgt die erste Abrissbirne, die man musikalisch wirklich mit der harten Band von DEVIN TOWNSEND vergleichen könnte. Es ballert ordentlich aus den Boxen, mit einigen Rhythmus- und Tempowechseln, während im Hintergrund das Keyboard zu hören ist, wie es bei SYL auch vorkommt.
Die Übergänge zwischen den Stücken bestehen des Öfteren aus französischen Filmsequenzen (zumindest kommt es mir so vor), was noch etwas mehr Exklusivität bietet, aber manchmal einfach zu lange ist. Kurz darauf findet man in „Pattern Of Life“ einen nett groovenden Teil, in dem abschnittsweise nur die Trommel groovt und der Rest im Hintergrund versinkt. Ein interessanter Effekt, wobei es bald in fast schwarz-metallischer Manier weiter geht. Anschließend gibt es anderthalb-minütiges Intermezzo, in dem höchst aggressiv in verschiedenen Rhythmen geknüppelt wird und im Background ein Flugzeug abhebt oder wahlweise ein Staubsauger angeschaltet wird, so dass man gar nicht mehr weiß, woran man nun ist.
Bevor es im Titeltrack richtig zur Sache geht, hört man noch wie Tarzan mit einem lauten Schrei von der Liane fällt. Neben übelster Raserei klingt in einem kurzen Teil mit den Synthies eine hübsche Melodie. Vorher gab’s eine kurze Liedunterbrechung, Leute schreien durcheinander, doch dann schreit und grunzt Fredd die Frontsau wieder alleine weiter. Und das alles in weniger als vier Minuten.
Wie man sieht, ist SIDEBLAST nicht ganz einfach zu beschreiben. Für solch extreme Musik ist es vielleicht etwas zu komplex und verrückt, doch nach mehreren Durchläufen relativiert sich das ein bisschen.

SIDEBLAST sind extrem – in jeder Hinsicht! Sie sind auch recht vielfältig, teilweise vielleicht sogar zuviel. Dementsprechend könnte man sogar wirklich sagen, dass man auf „Flight Of A Moth“ die verschiedensten Einflüsse finden kann. Auch wenn es Passagen von schwarzen Blastbeats gibt und einiges Todesblei verschossen wird, würde ich auch STRAPPING YOUNG LAD als größeren Einfluss sehen, wobei Fredd deutlich tiefer grunzt. SIDEBLAST hört sich demnach brachial, extrem und durchgeknallt an. Abgefahren!

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