How To Destroy Angels - Welcome Oblivion Tipp

How To Destroy Angels - Welcome Oblivion
Zusammen mit seiner Frau Mariqueen Maandig, Atticus Ross und Rob Sheridan gründete NINE INCH NAILS-Fronter Trent Reznor vor einigen Jahren HOW TO DESTROY ANGELS. Nach zwei EPs (selbstbetitelt, 2010; "The Omen", 2012) erscheint mit "Welcome Oblivion" nun das erste Album der Electro-Formation, das auch gleich mal sämtliche Ansprüche, die man an einem solchen Klangkünstler wie Reznor besitzt, erfüllt.

Dass Reznor für wabernde, vielschichtige Electro-Sounds lebt, zeigten nicht nur die letzten NIN-Outputs, sondern auch die Soundtracks zu den Filmen "The Social Network" und "The Girl With The Dragon Tattoo". HOW TO DESTROY ANGELS erschaffen poppige, wabernde, unterkühlte, lebendige, positive und melodiöse Electro-Experimente, denen man im besten Fall nur wenige Male lauschen muss, um sie zu begreifen und im Ohr zu behalten. Auf "Welcome To Oblivion" lässt sich eine Entwicklung oder Teilung mit teils verschwimmenden Grenzen ausmachen: Die ersten Songs sind wummernde, knarzige Klangcollagen, in denen Maandigs Lead-Vocals und Reznors Backings gegensätzlich erscheinen. Verfremdete und verzerrte Vocals, Effekte und bedrohliche Stimmungen machen aus Nummern wie "And The Sky Began To Scream" musikalische Endzeit-Szenarien, die nur wenig später von melodisch-poppigen, positiven Tracks abgelöst werden. Die Vocals werden klarer, eingängiger und harmonischer, die Stimmung entspannter und chilliger. Der Dreier "Too Late, All Gone", "Strings And Attractors" und insbesondere das fantastische "How Long" zeigt HOW TO DESTROY ANGELS von der eingängigsten und poppigsten Seite. Gegen Ende des Albums werden die Nummern wieder etwas chaotischer und trip-hoppiger, während der Schlusstrack "Hallowed Ground" zum entspannten Schweben einlädt.

"Welcome Oblivion" ist ein außergewöhnliches Electro-Album, das die breite Palette von chilligen Ambient- und Lounge-Momenten bis hin zu wummernden, chaotisch knarzenden Bass-Ungetümen bietet. Eingängige Melodien und poppige Anleihen kommen gerade in der zweiten Hälfte des Albums nicht zu kurz, die oft lockere und positive Grundstimmung wird vom Hörer aufgesogen. Repeat, bitte!