Entwine - Fatal Design


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Stil (Spielzeit): Sehr guter Gothic Metal (42:05 Minuten)

Label/Vertrieb (VÖ): Century Media Records Ltd (15.09.2006)

Bewertung: 8,5/10

Link: http://www.entwine.org

 
Na huppala… Was ist denn in den letzten Tagen in Sachen Gothic Metal los?
Erst LACRIMAS PROFUNDERE und jetzt ENTWINE aus Finnland.

ENTWINE waren mit ihrer Interpretation des Genres Gothic Metal für mich in den letzen Jahren immer ein Highlight, wenn es um „düstere“ Musik aus dem Land der tausend Seen ging, schlugen doch viele andere Bands viel zu oft in die gleiche, ausgeschabte Ichhängmichgleichauf-Rock-SENTENCED-Kerbe. Auch war in Sachen Gothic Metal in den letzten Jahren bis auf einige Ausnahmen nicht besonders viel gedroschen, wenn man sich mal die letzten Releases von TRISTANIA oder TRAIL OF TEARS vor die Ohren hält. Aber nach LACRIMAS PROFUNDEREs Output "Filthy Notes for Frozen Hearts“ erscheint jetzt auch aus dem hohen Norden unter der Fuchtel von Century Media Ltd. und Spinefarm Rec. ein weiteres Leckerchen auf der Bildfläche. 

Auf "Fatal Design" verstehen es ENTWINE einmal mehr die einprägsame und leicht schneidende Stimme von Sänger Mika Tauriainen in ihre abwechslungsreichen Kompositionen einzubinden. Melodiös und eingängig wechselt sich mit druckvoll und durchaus moshbar ab. Gerade beim Opener "Fatal Design“ verspürt man nach wenigen Sekunden einfach Lust, die Arme zur Seite zu strecken und sich einem Windstoß gleichenden Einsatz entgegen zu stellen, der da aus den Boxen geballert kommt. Auf der gesamten CD bleibt das Schlagzeug allerdings in einem gemäßigten Tempo, Doublebass gibt es hier nicht, ist aber auch nicht notwendig. Den Drive hinter dem Gesang besorgen hier Gitarre, Bass und Keyboard. An dieser Stelle schon mal ein großes Lob an den Produzenten, welcher by the way auch gleichzeitig in Gestalt von Aksu Hanttlu bei Entwine die Felle bearbeitet. "Fatal Design" ist eines der wenigen Gothic Metal Alben auf dieser Welt, bei dem mir das Keyboard nicht schon nach wenigen Sekunden auf den Zeiger geht. Die 88 Kunststofftasten sind mehr ein unterstützender Klangteppich denn das bestimmende Instrument. 

Durch die Bank weg geben ENTWINE beim Nachfolger von "DiEversity" und insgesamt neunten Output wunderbar melodische und abwechslungsreiche Gothic Metal Stücke zum Besten. Bei "Out Of You" hat man zwar das Gefühl, dass sich einer der Songwriter von HIM ins Studio geschmuggelt hätte, aber mit Einbeziehen härterer Hintergründe wird hier ein Stück kreiert, dass für meine Wenigkeit zu den Highlights auf diesem Silberling zu zählen ist und mit "Oblivion" und "My Serenety" sind aber auch wieder die gefühlvoll rockigen, zum beiRegenausdemFensterschauen Quotenballaden im Gepäck. Ich möchte jetzt nicht falsch verstanden werden. Es sind tolle Songs mit einer feinen tragenden Melodie und 
keineswegs langweilig, aber Balladen scheinen bei Alben dieser Stilrichtung wohl Pflicht zu sein….

Zum Abschluss: ENTWINE präsentieren sich auf "Fatal Design" härter und eingängiger als jemals zuvor und, ganz außergewöhnlich werden auch hier und da, zum Beispiel bei "Break Me" und "Twisted", gekonnt etwas alternativere Elemente was Breaks oder Screams angeht, eingebaut und wieder einmal zitiere ich gerne den Promotext: "Die finnische Gothic Metal Supergroup ENTWINE hat eine lange Reise hinter sich um eine der interessantesten Bands ihres Genres zu werden.“ Hoffentlich ist diese Reise noch nicht zu Ende.


Anspieltips: "Surrender", "Fatal Design", "Out of you", "Twisted"

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