Vanna - All Hell

Vanna - All Hell
    Screamo / Metalcore / Posthardcore

    Label: Pure Noise
    VÖ: 08.07.16
    Bewertung:7/10

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Das ist jetzt aber schon ziemlich lange her, dass ich mal was von VANNA aus New England gehört habe – 2009 um genau zu sein. Und ich meine das, was jetzt auf „All Hell“ zu hören ist, passt ungefähr zu dem, was ich im Ohr habe. Nachdem sie mich 2006 ganz schön umgehauen hatten, wurden sie nämlich erstmal wesentlich vertrackter, um denn mit „ A New Hope“ wieder eingängiger zu musizieren – aber auch vorhersehbarer zu werden. „All Hell“ klingt dagegen aber frischer als das, was ich im Ohr habe – aber 2016 muss das ja auch irgendwie ein wenig anders klingen.

Das hier ist zwar immer noch zwischen Metalcore und Screamo angesiedelt, aber nicht mehr so formelhaft – auch wenn es jede Menge cleane Refrains gibt. Allerdings klingen die weniger nach Kleiner-Jungs-Stimme und mehr nach COMEBACK KID bzw. SIGHTS AND SOUNDS. Und das ist ganz schön gut. Denn die Strophen sind tatsächlich wieder ziemlich heftig und sperrig ausgefallen, ohne sich allerdings im Selbstzweck des Chaoscores zu verlieren, mit dem VANNA ja schon mal geflirtet haben.

Dafür gibt es hier jetzt mehr Hardcore und die Moshparts sind nicht mehr ganz so obligatorisch – auch wenn sie natürlich immer noch zu Hauf auftreten. Und war der Gesang früher eigentlich auch so dermaßen aufgekratzt und fies? Hier jedenfalls klingt das nach entzündeten Stimmbändern. Aber wenn sie mit Songs wie „Flower“ oder „Wounded Young“ auf einmal recht geradlinig und vergleichsweise zahm werden, passt diese Stimme – und auch der Cleangesang – unglaublich gut. Auch die Posthardcore-Passagen, in denen sie wirklich mal runterfahren, stehen ihnen gut. Im Gegensatz dazu haben sie mit „Mutter“ ein ziemlich abgelutschtes Riff, das man schon von so vielen Bands gehört, dass eben nur die fiese Stimme es raushauen kann – und tut.

VANNA haben also auch in der Zeit, in der ich sie verpasst habe, weiter an sich gearbeitet. Allerdings arbeiten sie hier auf einem schmalen Grat: Sie wollen eingängig und heftig zugleich bleiben, ohne zu sehr wie all die anderen Kollegen zu klingen. Beide Stimmen helfen dabei – allerdings sollte man auch nicht zu viele cleane Refrains benutzen. Und an dem Punkt ist „All Hell“ beinahe angekommen. Für ein überlaufenes Genre wie dieses haben VANNA noch ziemlich gut abgeliefert. Wenn sie jetzt noch einen Hauch des alten Chaos zumindest mal antriggern würden, könnte das eine sehr, sehr interessante Mischung werden.