Coalesce - OX


coalesce

Stil (Spielzeit): Mathcore, PostHardcore (35:40)
Label/Vertrieb (VÖ): Relapse (12.06.09)
Bewertung: 7/10

 http://www.myspace.com/coalesce

 

COALESCE sind zurück, und wie. Aber wer weiß, für wie lange diesmal. 10 Jahre nach ihrer letzten richtigen Veröffentlichung ‚0:12 Revolution in just Listening‘ , unzähligen Trennungen und Wiederzusammenkünften, lassen die Wegbereiter des Mathcore einen Bastard auf die Menschheit los, hinter dem sich so einige andere Bands des Genres verstecken können. Damals waren sie schon anderen Bands voraus, da hat sich auch 2009 nichts dran geändert, im Gegenteil, man bekommt fast das Gefühl die ‚Pause‘ hätte dem Quartett gut getan. Walzte ‚0:12 Revolution in just listening‘ noch alles relativ monoton nieder, ist ‚OX‘ offen für alles. Anspruchsvolles Gefrickel zwischen Genie und Wahnsinn, gequälte Vocals, Emotionen, Stakkato Riffs, Noise und gefühlvoll platzierten Breaks. Wo andere Mathcore Bands auf Blastbeats und irrsinnige Taktwechsel setzen, klingen COALESCE fast schon zahm, und schaffen genau dadurch einen interessanten Chaosaufbau. Hat man am Anfang das Gefühl, die Songs würden sich zum größten Teil akribisch monoton aneinander reihen, fällt einem bei genauerem Hinhören auf, dass dieses Album durch die vielfach versteckten Momente besticht. Der Teufel liegt bei diesem Album definitiv im Detail. Es sind die kleinen Nuancen zwischen den Songs, die dieses Album ausmachen und zu einem wahren Hörerlebnis machen.  

Der erste Song knallt einem gleich, ohne Warnung, vor den Latz. Der zweite, ‘Wild Ox Moan‘ erinnert am Anfang teilweise an HELMET mit ihrem Song ‘Sam Hell‘ von der ‘Betty‘. Danach mörteln COALESCE konstant schönen Math-Noise-Hardcore vor sich hin. Plötzlich, völlig unerwartet zeigen  sich COALESCE mit dem Instrumental  ‘We have lost our will‘ von ihrer fast schon weichen  Seite, die mit ‘Dead is dead‘ in einer ruhigen Nummer gipfelt, nur um Sekunden später in einem chaotischen Ende unterzugehen.

COALESCE schaffen dass, was vielen anderen Bands verwehrt bleibt. Sie haben ein super Album rausgebracht. Haben fast 10 Jahre pausiert. Und legen dann, völlig unerwartet eine fantastische zweite Scheibe nach. Glaubt man dem Mayakalender, soll die Welt ja eigentlich 2012 untergehen. Aber entweder tut sie das nun mit Erscheinen von ‘Ox‘, oder aber COALESCE haben hier den passenden Soundtrack zum Weltuntergang abgeliefert. Dadurch sind COALESCE einfach einzigartig.

Alte COALESCE Hasen können hier unbeirrt zugreifen. Und alle Mathcore Jungspinde, die etwas ‘Ruhigeres‘ für sich suchen, oder einfach mal eine Pause von hyperaktiven Blastbeatkapellen haben wollen, sollten ‘Ox‘ auch auf jeden Fall mal antesten.