Samiam - Trips Tipp

samiamtrips

Stil (Spielzeit):
Punkrock / Emo (40:41)
Label/Vertrieb (VÖ): Hopeless / Soulfood (09.09.11)
Bewertung: 9/ 10


Link: MySpace

SAMIAM sind zurück – endlich. Nachdem „Whatever's got you down" von 2006 eine relative Enttäuschung war, wurde die Vorfreude auf "Trips" nahezu ins Unermessliche gesteigert. Und hey, ab dem ersten Ton ist wieder alles in Ordnung!

Denn die Band aus Kalifornien legt ab dem ersten Songs mit einem Reigen an Hits los, die mal punkig nach vorne gehen, mal etwas melancholischer sind, die aber immer berühren können. Das ganze Album weist nicht einen Tiefpunkt auf. OK, ich habe noch keinen Überhit wie „Dull" entdeckt, aber Stücke wie „September Holiday" will ich jetzt schon auf Konzerten abfeiern können. Und irgendwie sind es dann doch eine Menge Songs, die bereits mit jedem neuen Durchlauf gewaltig wachsen! Bin ich ein Fanboy? Vermutlich ja, aber die fünf Herren geben einem ja auch jeden Grund dazu!

„Trips" hat 13 Hymnen, die von Punkrock, Posthardcore und eben dieser unverwechselbaren Stimme leben und zeigen auf, warum „Emo" eigentlich mal für etwas wirklich Gutes stand. Die Platte ist wunderbar ausbalanciert, was die Dynamik angeht, und eventuell etwas schneller als zum Beispiel „Astray". Der Punkrock kommt in einigen Songs doch schon sehr stark zum Tragen – ohne die typischen Features der Band (gegründet Ende der 80iger!) zu vergessen. Aber hey, hier geht es um diese unglaubliche Stimme über poppigen Punksongs, die in den richtigen Stellen entweder den Arschtritt des Hardcores zeigen oder sentimental werden.

An und für sich ist die Musik SAMIAMs ja schon beinahe überholt – viel zu unaufgeregt feiern sie ihren Hang zur Melodie. Aber dadurch sind sie eines: glaubwürdig. Diese Band muss es niemandem beweisen oder sich an irgendwelche Trends hängen. Und so wurde Studio-Album Nummer acht (im GREEN DAY-Studio aufgenommen) endlich das Werk, welches an „Astray" anschließen kann, nur dass es ein wenig straighter und etwas fröhlicher geraten ist. Es ist einfach schön, sie wieder unter den Lebenden zu wissen - und dann noch mit so einem Monster von Album im Gepäck!