The Exit - Home For An Island


Review

Stil (Spielzeit): Rock (49:25)
Label/Vertrieb (VÖ): Wind-Up Records / SonyBMG (02.06.06)
Bewertung: Einfach klasse (8/10)
Link: www.theexit.de

„Home For An Island" hat in den letzten Tagen kaum meinen Player verlassen. Das liegt nicht daran, dass THE EXIT bahnbrechend coole Musik spielen, sondern einfach an der musikalischen Vielfalt und den unglaublich eingängigen, tiefsinnigen und nicht selten berührenden Rocksongs auf dem Zweitwerk der Amis, in die auch einige Dub- und Reggae-Einsprengsel einfliessen. Man könnte sie aufgrund einiger Stellen sogar für eine  angesagte Brit-Band halten, dafür spricht nicht nur der Artikel im Bandnamen: die Gitarrenarbeit, der Sound - das klingt streckenweise ziemlich retro-hip. Glücklicherweise jedoch im Ganzen so eigenständig und neben allem Wohlklang auch mit einem gewissen Knarzfaktor, sodass mir keine Vergleichsbands einfallen, und das alleine ist dieser Tage schon viel wert. Die Platteninfo operiert mit THE CLASH, doch ich denke, die Musik steht auch gut für sich alleine.

Die Texte stellen unaufdringlich und doch markant Fragen nach der Welt in der wir leben, die recht hohe Stimme von Sänger Ben Brewer ruht meist sanft und leicht auf den durchweg melodischen Noten, die mit Halleffekten und vielen umspielten Akkorden für eine Stimmung zwischen ernster Nachdenklichkeit und poppig angehauchter Aufgeräumtheit sorgen. Rocken können die Jungs ebenso gut wie extrem zurückfahren und einfach nur die Akkorde gleiten lassen. Das Spektrum der freiwerdenden Emotionen ist weit gefächert, und genau dies lag auch in der Absicht des Trios, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, seine Platten wie ein Mixtape zu gestalten - mit verschiedenen Stimmungen und Songs, bei denen man die Skip-Taste ignorieren kann. Bis auf den flachen Gitarren-Schrammel mit Mundharmonika-Einsatz „Soldier" ist ihnen das wunderbar gelungen.

Sollte Euch „Home For An Island" über den Weg laufen, zögert nicht und hört einfach rein. Es würde mich nicht wundern, wenn Ihr danach eiligst zur Kasse strebt; es gibt Momente auf dieser Platte, die sind (wie der fast schmachtende Refrain von "Let's Go To Haiti" oder das tragisch-fröhliche "Already Gone" im letzten Drittel) einfach zu schön.

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